Auch nicht schlecht:)

Sigmund Freud


bei conalma gesehen.

Mit der Analyse kann ich leben. Es war übrigens die Moskau-Geschichte, die ich verwendet hatte.


  1. cool
    muss gleich nachsehen ob ich auch schreiben kann ? 😉

  2. Ein anderer Text ergibt Friedrich Nietzsche.

    Beispiel:
    Im Haus gab es vier bis fünf Computer und noch mehr Bildschirme. Obwohl die jüngste Tochter bereits ausgezogen war, stand ihr Rechner noch im Wohnzimmer. Er passte dort nicht sehr gut hinein, denn der Rest des Zimmers war mit Biedermeierschrank, Konzertflügel und Schlagzeug eingerichtet. Doch er war abgeschaltet und der Bildschirm dunkelgrau. Im einem der Zimmer von Stefan hingegen lief der Computer Tag und Nacht durch. Das Summen der Ventilatoren war deutlich zu vernehmen, auch wenn die Bildschirme wegen der Bildschirmschonautomatik längere Zeit dunkel blieben. Von Zeit zu Zeit schalteten sich die Bildschirme ein, weil ein automatischer Programmstart erfolgte, manchmal auch, wenn eine Eingangsmail einlief.
    Stefan, der sich gerade ein Käsebrot zurecht gemacht hatte, bemerkte aus den Augenwinkeln, dass sich die Bildschirme gerade wieder eingeschaltet hatten. Normalerweise achtete er nicht darauf, doch die Schirme erschienen etwas verändert. Statt einem blauen Hintergrund mit vielen kleinen Bildern darauf, war der Grundton dunkelgrau. Als Stefan einen zweiten Blick darauf warf, riss es ihn kurz, dann stand er von seinem Sessel auf und setzte sich vor den Computertisch. Da lief ein Film ab. Eigentlich sogar zwei Filme, der Inhalt der beiden Bildschirme war unterschiedlich. Na fein, jetzt habe ich mir doch echt etwas eingefangen, dachte Stefan und versuchte die bildschirmfüllenden Filmformate zu verkleinern. Als er keine Möglichkeit sah, dies zu bewerkstelligen, drückte er kurz entschlossen auf den Reset-Knopf des Computers. Er mochte es überhaupt nicht, wenn auf seinem Computer etwas lief, was er nicht selbst gestartet hatte. Er hatte keine Filme gespeichert also musste die Information von außen gekommen sein. Wenn die Aktivität aber von außerhalb seines Rechners gestartet wurde, musste irgendjemand Zugriff und Rechte auf seinem Computer besitzen, die ihm nicht zustanden. Er tippte auf einen Trojaner, der sich eingenistet hatte, obwohl er sich nicht erklären konnte, wie der trotz verschiedener Schutzschilde in seine Maschine eingedrungen sein sollte.
    Während er noch überlegte, wie er der Sache auf die Spur kommen könnte, war das Betriebssystem inzwischen hochgefahren.
    Der Schirm schaute wie gewohnt aus, auch dann noch als er sich als sein üblicher Benutzer eingeloggt hatte. Das hieß noch nicht viel. Er untersuchte die Protokolldateien seiner Feuermauer. Was war da wohl darüber geklettert? Er konnte nichts Außergewöhnliches erkennen. Er startete ein Update-Programm, welches seine Virenabwehr auf den neuesten Stand bringen würde. Während neue Virendefinitionen geladen wurden, überlegte er, was er eigentlich gesehen hatte. Er hatte überhaupt nicht darauf geachtet. Er versuchte sich zu erinnern und meinte, am linken Bildschirm einen Gang gesehen zu haben, während auf dem rechten Bildschirm ein Zimmer beobachtet wurde. In beiden Fällen schien es noch je eine Person zu geben, aber an mehr konnte er sich nicht erinnern.
    Er ließ die neuen Virenerkennungen laufen, doch gab es keinen Hinweis auf Unregelmäßigkeiten. Nach einer Viertelstunde gab er auf. Er erinnerte sich an sein Käsebrot.
    Später sah er einen Actionkrimi im Fernsehen. Manchmal tat er dies, um leichter einzuschlafen. Im Nebenzimmer waren die Bildschirme auf dunkel geschaltet. Nach einem kurzen Aufenthalt im Badezimmer legte er sich nieder.
    Er erwachte kurz nach zwei Uhr. Ein heftiges Keuchen hatte ihn aufgeweckt. Zuerst glaubte er geträumt zu haben, dann bemerkte er, dass das Keuchen oder vielmehr ein ängstliches Stöhnen nach wie vor zu hören war. Es kam aus dem Nebenzimmer. Auf den Bildschirmen liefen zwei Szenen ab. Auf dem rechten Bildschirm stöhnte eine Person, das Geschlecht war nicht zu erkennen, sichtlich vor Angst auf. Auf dem linken Bildschirm konnte man einen Gang erkennen, auf dem sich eine violette Flüssigkeit auszubreiten schien. Die Flüssigkeit changierte in der Farbe ins Grün-gelbe, wenn Sie um Kanten herumfloss.

  3. Aber das beste ist: Daniel Kehlmann: 🙂

    Beispiel:

    Er fragte sich, was er in seinem Leben hatte erreichen wollen. Diese Frage war für ihn unüblich. Zwar hatte er andere Kollegen teilweise bewundert, weil sie so genau wussten, wie ihr Lebensweg, ihr Karrierelebensweg auszusehen hatte.
    Er hatte nie Karriereambitionen gehabt. Jetzt aber, wo er darüber nachdachte, stellte er fest, dass da etwas in ihm gewesen sein musste, was ihn früher begeistert hätte. Irgendwann auf seinem Weg hatte er resigniert, wie so viele andere auch.
    Wozu habe ich keine Zeit, frage er sich. Diese Fragestellung hatte sich bei ihm eingebrannt. Seit diesem Tag, an der er versucht hatte, seine Arbeit besser zu organiseren, fragte er sich, was er eigentlich mit der gewonnenen Zeit machen wollte. Es gab nichts, woran er denken konnte, woran er sich erinnern konnte.
    Er machte etwas für ihn Außergewöhnliches. Er besuchte die Kneipe vis-a-vis seiner Wohnung. Um halb zwölf begab er sich hinunter und dachte, er würde mit Leuten am Tresen ins Gespräch kommen.
    Er bestellte sich ein Bier und blickte verstohlen umher. Die wenigen Männer unterhielten sich über Fussball und die Auszahlungsquoten diverser Spielautomaten. Keiner von ihnen sah aus, als könnte er eine Antwort geben, geschweige denn, eine diesbezügliche Frage überhaupt verstehen.
    Es kam ein neuer Gast herein, der in einem hellgrauen Anzug mit Krawatte gekleidet war und rein aussehensmäßig überhaupt nicht in das Lokal passte. Er verlangte nach einer Schachtel Zigaretten und wollte das Lokal offensichtlich sofort wieder verlassen, überlegte es sich aber und bestellte noch einen kleinen Kaffee. Der Gast setzte sich an die Bar.
    Er, aus einem plötzlichen Impuls heraus, fragte: „Entschuldigen Sie bitte meine Frage: wenn Sie mehr Zeit in ihrem Leben hätten, was würden Sie damit tun?“
    Der Gast sah ihn zuerst ein bisschen verächtlich an, als gehörte er zu den Fussball und Automatentypen aber dann hatte er die Frage verstanden und blickte überrascht. „Habe ich Sie richtig verstanden? Was ich mit mehr Zeit machen würde?“ Er nickte. „Ich würde vermutlich mehr arbeiten. Oder denken Sie, dass ich es in mehr Urlaub investieren würde? Ich habe soviel nicht konsumierten Urlaub. Ich könnte Urlaub machen. Aber die Zeit fehlt mir in der Arbeit.“ – „Warum würden Sie mehr Arbeit machen wollen? Was erreichen Sie damit?“
    Der Gast sah ihn nachdenklich an.

  4. Nietzsche gibt es noch ein zweites Mal Traum (15.4.2004)

    Nicht als Albtraum empfunden, sich aber in der Darstellung als socher lesend, gab es heute vor dem Aufwachen eine merkwürdige Sequenz.
    Es fing mit einem Projekt aus dem beruflichen Umfeld an, welches in Kooperation mit einer anderen Firma zu geschehen hatte. (das kam wohl aus dem Langzeitdruck und der Diskussion mit Harry über Darstellung der Ergebnisse.) Es war notwendig, in einer Tabelle bestimmte Resultate orange zu kennzeichnen, wobei die Kennzeichnung erst im letzten Augenblick und indirekt zu erfolgen hatte. Die Maus oder die Tastatur konnte nicht direkt bewegt werden sondern musste über eine Fernsteuerung während des Anflugs auf Wien markiert werden. Es klappte nicht ganz und ich erinnere mich, dass einer der Kontrollpersonen, die dann noch helfend eingriffen ein alter Bekannter aus einem vollkommen anderen Umfeld waren. (Michael Hahn)
    Aus irgendeinem Grund wollte die Partnerfirma nicht zahlen oder es wurde einfach die Abwicklung der Rechnung verzögert. Jedenfalls machte sich eine Delegation von drei Leuten auf den Weg. Ich selbst war der geduldete Dritte, der wissen wollte, was da vielleicht schief gelaufen sein könnte. Der Leiter der Dreiergruppe war mit unbekannt, der andere war ein Berufskollege mit einer kleinen Seniorität mir gegenüber. Ich trippelte hinter ihnen her und bat sie, mir einen der grauen kartonierten Umschläge zu geben, damit ich eine Legimitation hätte, warum ich überhaupt mitmüßte. Wir fuhren in einem Hochhaus in eines der oberen, nicht ganz oberen Stockwerke und mussten durch eine riesige Halle durch, die mit Produktionsmaschinen ausgestattet war. (Eine Erinnerung an meine frühen Service-Zeiten als Student, Kapsch oder Elin oder ähnlich) Am Ende der Halle, wir mussten komplett durch, gab es eine Verengung. Dort waren die Maschinen besonders eng aufgestellt. Ich ging eine Abkürzung über einen Nebengang und wurde von einem Arbeiter angesprochen, der mir erklären wollte, wie kompliziert sein Gerät sei. Es handelte sich um eine ganz primitive Maschine mit einem gußeisernen Gehäuse und einer Reihe von Steckverbindungskabeln, mit denen man Abläufe programmieren konnte. Ich lächelte mitleidig und erklärte ihm, dass ich schon sehen könnte, wie schön diese Maschine wäre und das ich verstehen würde, wie sie funktioniert. (Das stimmte, es war meine Aufgabe gewesen, solche Maschinen auch ohne Dokumentation zu begreifen.)
    Anschliessend waren wir drei wieder zusammen und befanden uns in einem Menschenpulk, der plötzlich verstummte. Es war plötzlich total still, was nicht lange anhielt, denn ein lautstarkes Dröhnen ließ sich aus der Ferne vernehmen. Dort wo wir standen, war nämlich eine Öffnung des Gebäudes, welche auf eine Strasse mündete, die links und rechts von Betonbauten eingefasst war. (Ich erinnere mich, dass ich im Traum an San Franzisco dachte.) Keiner traute sich, über die Strasse zu gehen und es war ziemlich rasch ersichtlich, warum das war.
    An uns vorbei rauschten vier oder fünf Kampfpanzer mit großer Geschwindigkeit, 60 bis 70 Stundenkilometer in grossem Getöse vorbei. Unmittelbar danach fuhren zwei riesige Dampflokomotiven, die Kopf zu Kopf zusammengespannt waren hinterher. (Das Bild erinnerte mich an Eindrücke, die ich beim Betrachten des Filmes Doktor Schiwago gehabt hatte, Strelnikovs Zug. Die Panzer waren durch das Geräusch gekennzeichnet, was vermutlich auf die Baumaschine, die am Vortag stundenlang meinen Schlaf gestört hatte, zurückzuführen war.)
    Die Strasse schien jetzt leer, trotzdem bewegte sich niemand auf die Strasse zu. Es war auch ersichtlich warum. Denn jetzt kamen von der Ferne Autos durch die Strasse, die offensichtlich eine Einbahn war, geschossen. Sie fuhren allerdings langsamer als sie zu uns kamen. Es schien als lauerten die Fahrer. Der Strom riss nicht ab. (Das muss von der Erfahrung beim Einbiegen auf die Kufsteiner Strasse kommen.) Wir konnten sehen, dass zusätzliche Autos aus Querstrassen einbogen und es war daher unmöglich, über die Strasse zu gelangen, ohne ein gewisses Risiko einzugehen. Mein Kollege und ich nützten eine Lücke, um feststellen zu müssen, dass ein 2CV-Fahrer, es war ein graues Fahrzeug, uns ins Visier genommen hatte, um uns zu erlegen. Wir verständigten uns mit einem Blick und teilten unsere Schrittrichtung dermassen, dass er nur mehr einen von uns wirklich treffen konnte. Er blieb überhaupt stehen und stieg aus, um sich zu beschweren, dass wir uns nicht an die Spielregeln hielten. Ich erinnere mich, dass ich einen Anlauf nahm und auf ihn zurannte, um ihn nun meinerseits zu rammen. Er fiel um und war nicht mehr instande, sich zu verteidigen. Ich nahm seinen Kopf und drehte ihn solange um seine Achse, dass sich der Hals wie ein verdrehtes Seil zusammenschnürte und schliesslich riss. Gleichzeitig riss der Traum ab, da ich aufgeweckt wurde.
    Als ich erwachte, hielt ich die Augen geschlossen und ich erinnere mich, dass ich überzeugt war, in eine Zukunft gesehen zu haben. Die Menschen einer Korporation ausgeliefert, im tatsächlichen Leben Freiwild. Die Arbeiter wieder an primitiven Maschinen arbeitend, weil eine hochgestochenene Technologie auf die Dauer ohne entsprechende Ausbildung auch der mittleren Chargen nicht möglich ist.

    Hier verwickelte mich dann der Autor Hugo Fritsch (Hugo das Delegationskind, autobiographisches über Leben und Tod der Familie eines mährischen Kindes), der mir vis-a-vis saß, in ein Gespräch, womit meine Traumanalyse beendet wurde.

    Danach war ich zu müde, um weiter zu analysieren.

  5. Nett, gell? Fühlt man sich doch gleich als wer! Aber weibliche Autoren kamen nicht vor …..
    (mag mich dennoch als Rilke 😉

  6. also ich schreibe auf jeden fall auch sehr vielseitig: kafka, rilke, freud, fontane und sogar einen mir unbekannten ingo schulze oder so ähnlich „hab ich schon drauf“ …




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