Blogs nehmen ab

Heute ist mir plötzlich ein Gedanke gekommen, warum das Bloggen zumindest hier auf twoday abgenommen hat.
Es liegt nicht an der Serverleistung oder an manchen, mittlerweile recht seltenen technischen Pannen.
Die Neugier hat abgenommen.
Das könnte jetzt ein rein subjektives Empfinden sein, welches nicht wirklich als Begründung allgemeiner Art verwendet werden könnte. Doch ich stelle ja auch fest, dass andere Blogs seltener neu beladen werden. Mittlerweile kann ich da an zwei Händen aufzählen, die noch aktiv befüllt werden und zu meinem Lesestoff zählen.

Meine Erklärung ist eine andere, die ich durchaus als persönliche Erklärung reduziert akzeptieren würde. Die Neugier hat abgenommen. Als ich vor zehn Jahren mit dem Bloggen anfing, war ich neugierig, was andere Menschen schreiben würden. Ich habe mich sehr dafür interessiert, wie andere Menschen denken und dafür, was sie bewegt.
Ich selbst bin sehr voraussagbar geworden und es wundert mich keinesfalls, dass die Kommentare nur mehr sehr spärlich gespendet werden. Ich kann das aber auch für andere Blogs anwenden. Die Möglichkeit, etwas zu erfahren, was noch nicht im eigenen Erfahrungsschatz auffindbar ist, wird immer kleiner. Also gibt es Blogs, bei denen sich die Lebensumstände ändern und Blogs, die soweit originell sind, dass die Schreiber selbst offensichtlich ein interessantes Innenleben führen.
Tja, wie gesagt, viele sind das nicht. Aber es ist schön, dass es sie gibt. Und wer damit gemeint ist, kann es sich selbst ausrechnen, weil ich ja manchmal auch dort kommentiere, wo ich lese:)
Viel Spass noch!


  1. …but apart from that… Ich denke, es ist auch so, dass sich der „Geschmack“ der Menschen verändert hat. Ich las einige Blogger, die sehr gut schrieben, aber dann zum Gesichtsbuch abgewandert sind. Statusmeldungen kommen dort noch, aber keine richtigen Blogeinträge mehr. Der „Hype“ ist wohl vorbei.
    Andere sind bei Twitter gelandet, da sie dort ihre Gedanken in 140 Zeichen unterbringen können. Einerseits eine Herausforderung, Aussagen verständlich so verkürzt publizieren zu können, andererseits für mich ein Zeichen, dass die Aufmerksamkeitsspanne bei vielen Zeitgenossen abgenommen hat. Man klickt gleich weiter, wenn ein Eintrag, ein Kommentar mehr als 5 oder 10 Zeilen aufweist. (Das geht mir zeitweise bei Herrn Bee so, gebe ich offen zu)

    Es ist aber auch, so das Zitat von Karl Valentin, alles gesagt worden, nur nicht von jedem. Und aus dieser Überinformation wird Langeweile erzeugt. Man liest ähnlich aufgezogene Texte wiederholt, sobald ein Thema aufgemacht wurde. Wenige Wochen später erinnert sich niemand mehr. Wir leben in einer kurzlebigen Zeit. Einer Zeit, in der „alte“ Werte an Bedeutung verlieren.

    Und daher möchte ich mit einem passenden (?) Twitter-Zitat von @Frau_Katzenblum schließen:

    Ich habe gerade einen Jungen gesehen, der an der Bedienung einer Telefonzelle gescheitert ist.

    Macht euch bereit. Es beginnt.

  2. irgendwie geht´s halt hand in hand: aus mir wird zum beispiel nie ein echter fb-fan werden, trotzdem scroll ich mich manchmal viel zu lang durch völlig überflüssige und weit oberflächlicher beiträge als hier.
    twoday wurde schon von so vielen interessanten bloggerInnen zugunsten anderer plattformen verlassen – denen folge ich dann weit weniger konsequent. außer sie bieten als besonderen service ihre beitragseinstiege auch auf twoday an – das weiß ich wiederum sehr zu schätzen!
    und das leben geht halt auch weiter – wer bloggt, braucht dafür zeit, und die ist auch nicht immer in gleicher weise „übrig“ …
    ANDERERSEITS: es gibt immer noch interessante blogs zu entdecken, schauen sie mal aufs txt-projekt, da kommt auch „nachwuchs“ …

  3. Ich blogge hier inzwischen seit 8 Jahren und es war mir eine Zeitlang wirklich wichtig, zumal ich dort nicht nur eine sehr wunderbare Freundschaft gefunden habe, und es einfach lebendiger und zeitnaher zuging. Es passte zu meiner Einsamkeit in dieser Phase. Inzwischen bin ich wieder sehr im RL agekommen, und sitze nicht mehr so oft vorm Computer. Das ist für mich momentan auf FB ganz nett, vor allem die persönlichen Chats und die Möglichkeiten, das schnelle Huhu, aber auch private Gruppen zu nutzen, um z.B. meinen Musikschülerinnen Videos zum Üben aufzunehmen.
    Einen Grund mit, warum es hier so immer ruhiger zugeht, und so viele abwandern, ist natürlich auch der Umstand, daß bei twoday seit, (wie lange, 1 Jahr oder länger schon) keine neuen Blogs mehr dazukommen können. Kein frischer Wind, keine neuen, spannenden Kontakte und Kombinationen (wobei ich nicht damit sagen will, daß die Bestehenden nicht erfreulich wären). 🙂

  4. Das Bloggen und die Internet-Aktivitäten nehmen immer mehr ab. Liegt nicht an twoday.

    Mir macht es mittlerweile weder hi noch da richtig Spaß, die Zeiten sind vorbei.

    Abgesehen davon, mag ich diese „Grüppchenbildungen“ nicht, die eben überall im Netz zu finden sind. Die gibt es im RL zwar auch, aber da sieht man wenigstens, mit WEM „man“ es zu tun hat. Hinzu kommt noch die Lebendigkeit, die im Netz absolut untergeht.

    Bits und Bytes sind es nicht. Sie entstehen zwar durch tastenhauende „Menschenhände“, sind aber trotzdem „tot“.

    So jedenfalls sehe ich die Sache mit dem Netz, und deshalb werde ich meinen „Laden“ hier auch schließen. Ob heute oder morgen, das weiß ich noch nicht. Lesen werde ich hier ab und zu weiterhin.

    Ach so, es fehlt mir übrigens auch der Humor hier:-)

  5. Hat die Neugier abgenommen? Dieser Satz beschäftigt mich, seit ich ihn heut` Mittag gelesen, und daher schreib`ich Dir nun doch einen kurzen Kommentar, lieber Hans.

    Meine Neugier hat nicht abgenommen, wohl aber
    1.
    haben die Anforderungen des normalen [Alltag]Leben[-s] bei mir zugenommen. Manchmal frage ich mich, wie ich das früher geschafft habe, so viele Einträge in einer Woche zu schreiben!?
    2.
    hat sich mein Blogger-Verhalten seit Snowden und NSA verändert! Dummerweise mehr in Richtung „Schere im Kopf“ – d.h. ich überlege mir heut` fünfmal, ob ich etwas Kritisches ins Blog schreiben soll oder nicht! Vor allem seit ich weiß, dass Twoday als Plattform [besser deren Betreiber] „tracken“!

    Immerhin…
    war Dein heutiger Eintrag wenigstens mal wieder [m]ein Anschubser, hier auf Deinem Blog Laut zu geben… 🙂

  6. nun ja…. das meiste scheint von dir und den kommentatoren gesagt. bleibt noch hinzuzufügen, dass es doch ein kleines inselchen geworden ist dieses nette twoday und für meinen geschmack, wo manches mal eigentlich nur noch zu werbezwecken in eigener sache geschrieben wird.
    lg ro (die ja nun schon eh eine lange weile weg ist, aber sich zum glück noch einloggen kann)

  7. Herr Steppenhund, nicht SIE waren gemeint … von wegen humorlos und so … sondern allgemein!

    Gute Nacht Marie:-)))

  8. Ich bin ja einer der, die sich da vorübergehend ein bisserl zurückgezogen haben, und dies aus mehreren Gründen.

    Zum Einen weil wenn du so wirklich schreibst was dich bewegt, da hast du sofort Buhrufe und Tilgungsaufforderungen Mitbetroffener, haben wir im Leben doch auch mit anderen Menschen zu tun, und Leben mitzuteilen wär ja ein wesentlicher Inhalt.

    Zum Anderen ist, un da stimme ich dir unumwunden zu, die Neugier einer Sattheit gewichen. Es wird immer mehr vom Selben, mag das der Strandspaziergang sein oder ein paar Rätsel oder Stöckchen, mitunter, aber eher selten, wirkliche Themen.

    Ich hab ja dann auch ein paar Probleme bekommen weil ich eben nicht nur Blah Blah schreiben wollte, wiewohl ich mein Aufmüpfen eher im homöopatischen Bereich ansiedeln würde, gleichwohl Anlass genug mir ernsthafte Schwierigkeiten zu bescheren.

    Die Summe des Ganzen, also eher wenige Inhalte (ich sag´s wie ich es sehe) meiner KollegInnen, die Konsequenzen eigenen Schreibens, und das war ja auch nicht weit weg von Blah Blah, haben mich zu einem von denen werden lassen die da ausgestiegen sind.

    Aber für dein Statement bin ich dir dankbar, weil es ist Anlass wieder anzufangen (ich wurde ja umgehend gelöscht als ich meinen Blog offline gestellt habe).

  9. Was mich betrifft, auch ich habe mich eine Weile aus dem Blogleben rausgehalten. Vor allem, weil ich mehr denn je in meiner realen Welt schreibe und publiziere, als früher, als mir dieser Part in geringerem Ausmaß zur Verfügung stand.

    Zudem veränderten sich meine Lebensumstände in einer Weise, sodass ich eine arbeitsfreie Stunde Zeit als Kostbarkeit empfinde, die ich nicht unbedingt und dringendst mit Bloggen füllen will.

    In einer Stunde kann ich beispielsweise meinem Enkel eine Hose nähen, die er dann auch über Monate als Kleidungsstück tragen kann. Was bleibt von einer Stunde Bloggen übrig als Bilanz meines Tuns? Für wen schreibe ich? Ist mein Bloggen Selbstreflexion, so genügt mir das Papier meines Notizbuches. Ist mein Bloggen ein Teilen mit anderen Menschen, ein Nachdenken oder Denken im öffentlichen Raum, so steht die Frage im Raum: Wen interessiert, das was mich interessiert?

    Was meine eigene Neugier betrifft, so sind für mich Bücher und das Radio noch immer unschlagbar. – Und das, was Menschen erzählen, die mir im Alltag so unterkommen. Aus einem noch so unscheinbar wirkendenen Small-Talk entwickelt sich oftmals eine Konversation, ein Dialog, der sich wie ein kostbares Geschenk anfühlt.

  10. Nicht zu fassen! Ich habe sogar seit Jahren ein noch fast unbenutztes Blog in diesem immer exklusiver werdenden Club! Vielleicht sollte ich das auch hin und wieder „bestücken“.

    Dass die Neugier nachlässt, empfinde ich auch so, habe es mir aber damit erklärt, dass wir wahrscheinlich auch ohne gieriges Zutun dauernd mehr erfahren als uns lieb sein kann.

    Sonntägliche Grüße
    cuentacuentos

    PS: Wir sind einander bei noemix begegnet.

  11. na ja. das wird schon wieder mehr mit den blogs und dem interesse daran. ich halte das für normale schwankungen – mittel- bis langfristig. ich wünschte mir auch mehr interessante blogs und mehr kommentare, aber davon würde ich (wie du wahrscheinlich) nicht meine eigene motivation zu bloggen abhängig machen. ich freue mich auch, wenn gast-besucher bei mir lesen oder kommentieren, sofern sie keinen absoluten blödsinn schreiben.

  12. Diese subjektive Empfindung stört mich irgendwie. Ich glaube kaum, dass es an abnehmender Neugier liegt, wenngleich ich dieser These durchaus etwas abgewinnen könnte. Ich glaube, dass mit der Zeit eine gewissen Routine einsetzt, die es uns erschwert, über Tellerränder hinauszublicken und neue Erfahrungen zu machen. Plötzlich ist alles etabliert, gut aufgestellt, festgefahren und was „Kollegen“ machen, die erst gelernt haben, als man selbst schon zwanzig Jahre dabei war, interessiert dann auch nicht mehr. Aber es ist nicht abnehmende Neugier, denn die kann in anderen Bereichen durchaus noch funktionieren, es ist eher Gleichgültigkeit gegenüber bestimmten Prozessen, für die ausreichend eigene Erfahrungen zur Verfügung stehen und die Dinge erklärbar machen, ohne sie überhaupt vollständig wahrnehmen zu müssen, weil es zur Routine geworden ist.
    Auch dass die Zahl der Blogs abnimmt, ließe sich wahrscheinlich sehr leicht widerlegen, für Twoday ist es jedoch nicht von der Hand zu weisen.

  13. Etwas in eigener Sache, Herr steppenhund! Herr T. und ich sind zurzeit und bis 3. Juli in den Ferien – mit erschwertem Internet-Zugang. Ich habe leider auch vergessen, Ihre E-Mail-Adresse aufzuschreiben. Aber Sie haben ja meine. Bitte schicken Sie mir eine Nachricht mit Ihrer Ankunftszeit etc (und vorzugsweise auch Ihrer Handy-Nummer). Ich melde mich spaetestens am 4. Juli morgens, damit wir klar sehen. Bitte entschuldigen Sie die etwas schludrige Gastfreundschaft. Ich verlasse mich auf Ihre Reise-Erfahrung, und dass Sie sie sich erst mal gut in meinem Staedtchen zurechtfinden. Ich melde mich, sobald ich kann. Bis dann einfach mal gute Reise!

  14. Noch ein paar Gedanken: Vielleicht nimmt etwas ganz anderes ab zwischen den Menschen, und an so Sachen wie den Blogs registrieren wir es bloß(?)
    Inzwischen bin ich in einem Alter, in dem ich drei Generationen erleben kann. Die Generation meiner Jugend wuchs in den Siebzigern und Achtzigern in einer viel kritischeren Zeit auf… Bei der heutigen heranwachsenden Generation sehe ich demgegenüber hauptsächlich Lethargie. Und jene, die sich politisch interessieren, sind meistens konservative Arschlöcher… Entschuldige.
    Ich verstehe es nicht: Fast jeder Idiot hat auf Facebook einen Account… Was machen die Leute dort?

  15. internet-hood? vor allem zu den letzten Kommentaren würde ich gerne anfügen, dass es vielleicht eine allgemeine Tendenz ist dass sich die Art und Weise des Netzwerkens zum einen je nach persönlicher Entwicklung und zum anderen je nach Angebot und Nutzen verschiebt – ich halte das für eine völlig normale Sache. Dementsprechend bilden sich auch die „Grüppchen“ und verschwinden wieder, ich kann mich noch lebhaft erinnern, dass „wir“ twodayer (manche werden sich noch an den leidigen Vorgänger 20six erinnern, da habe ich angefangen…) ein ebensolche Gemeinschaft gebildet haben. Aber das ist doch bitte nicht für die Ewigkeit und auch kein Eidesschwur. In meinem Fall dient der Blog vor allem als Zweithirn für Texte, Rezensionen und Gedanken. Ich persönlich gehe für viele Dinge wieder zum Papier über, weil nicht jede Beschäftigung ein Gegenüber benötigt, nicht jedes Enervieren über Politik und Gesellschaft ins Netz muss, da gehe ich vermutlich den entgegengesetzten Weg zu den Usern, die nur noch in Kommentarspalten „vegetieren“. Dennoch benutze ich facebook als „Hood“, wo ich vor allem nahe Bekannte in meiner Umgebung schnell informieren, befragen oder etwas verbreiten kann, Twitter ist ähnlich, geht aber weit über meinen Bekanntenkreis hinaus und hat Geschwindigkeits- und immense Informationsvorteile. Das Blog hingegen wird mir trotz seltener Nutzung – wertvoller.




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