Das Schweizer Modell

Die Abstimmung in der Schweiz hat ja einigen Staub aufgewirbelt. Ich finde das Ergebnis der Kontingentierung nicht besonders aufbauend, aber auch nicht tragisch.
Die Frage ist ja, in welcher Höhe werden die Kontingente den angesetzt?
Wenn die Kontingentierung großzügig bemessen wird, kann es dauern, bis überhaupt eine Änderung im Ablauf erkannt werden kann.

Falls aber geplant ist,eine wirklich restriktive Kontingentierung vorzunehmen, werden die Schweizer schon bald wieder abstimmen, wenn sich die EU darauf einigt, Visa für Schweizer zu verlangen, die aus ihrem Land wo anders hinwollen.
Ok, nach den USA dürfen sie umsonst fliegen, obwohl man da etwas mit der Überfluggenehmigung über europäisches Gebiet noch etwas unternehmen könnte.
Aber sonst auf dem Landweg könnte ich mir eine Visumspflicht schon vorstellen:
Ein-Tages-Visum … kostenlos, nur ein bisschen umständlich, weil ein Antrag ausgefüllt werden muss. Das dauert dann an der Grenze mit Abwicklung
Ein-Wochen-Visum … 50 €. Wer meint, dass das zu hoch ist, soll sich nur das Verhältnis der Gehälter in der Schweiz und in Österreich ansehen.
Ein-Monats-Visum … 200 €.
Dauervisum … 15.000 €
Durch die elektronischen Grenzkontrollen können Überschreitungen des legalen Auslandsaufenthalts leicht überwacht werden.
Falls jemand argumentieren sollte, dass er ja nur ein paar Tage in der EU war und danach in ein EU-freies Land weitergereist ist, hat er dafür Sorge zu tragen, einen entsprechenden Nachweis an den Zollstellen von Ausreise und Einreise zu erbringen.

Die Schweizer werden wohl versuchen, mit Druckmitteln wie Schokolade, Käse und Geld die Bestimmungen zu Fall zu bringen. Doch es wäre einmal die Möglichkeit, ein geschlossenes Vorgehen der EU zu zeigen…


  1. lieber herr kollege steppenhund, ich frage mich wirklich, warum sie nicht in die politik gehen. mit ihren genialen ideen wären sie doch eine ungeheuere bereicherung, und eine zierde der EU.
    ein nicht zu unterschätzender vorteil wäre noch, dass sie sich ihre bezüge selbst erhöhen könnten wann und wie sie wollten; unsere deutschen politiker sind doch da ein paradebeispiel.
    also, geben sie ihrem herzen einen ruck …
    … 😉 …

  2. Sunnilein

    Viel Spaß würde sicher auch ein sofortiger Abzug aller fremdgelagerter Geldmengen bringen, aller, wohlgemerkt. Vielleicht könnte man sie auf den Jungfrauninseln zwischenparken, nur mal so als Idee. Wer das eine will, kann das andere schlecht ablehnen. Nichts gegen ein großzügiges Kontigent an Zuwanderern. Aber die Visumidee ist natürlich auch Klasse, allerdings würde ich die Summen etwas erhöhen, sonst sind ja nur die unteren Einkommensstufen dort betroffen. Wie sagte mein alter Arzt immer? „Damit es wirkt, solls auch ein wenig weh tun!“ Vielleicht mit Vorlage des letzten Gehaltsbelegs oder so…

  3. wvs

    Da ich weder Schokolade, noch Käse goutiere, noch Geld habe, könnte mir die postulierte Antwort der Schweiz egal sein.
    Ich verstehe auch nicht die Aufregung, da die EU genau das macht, was nun der Schweiz vorgeworfen wird:
    Nur wird es anders genannt!

    Wir schotten doch die Grenzen nach außen in einer technisch hochgerüsteten Form ab wie es selbst Mauer & Stacheldraht der vormaligen DDR nicht vermochten ….

    Es ist wohlfeil mit dem Finger auf Andere zu zeigen. Fangen wir doch erst einmal in der EU an über sinnvolle Antworten auf den zunehmenden Einwanderungsdruck nachzudenken – bevor wir uns über die Schweiz aufregen.

  4. das ergebnis dieser abstimmung sehe ich eher losgelöst von der schweiz-problematik – ich meine, dass die bevölkerung in mitteleuropa unabhängig von der nationalität ähnlich abstimmen würde, und das bereitet mir magengrummeln. doofköppe gibt es nicht nur in der schweiz. wie sich die abstimmung in der zukunft real auswirken wird, ist wahrscheinlich viel weniger dramatisch, als man es durch die ersten reaktionen vermuten könnte. für die politik bedeutet es freilich mal wieder etwas anstrengung. und allgemein ist es wasser auf die mühlen der europa-gegner. leider sind immer noch vielen menschen die chancen, welche sich durch das politische gebilde europa ergeben, nicht hinreichend bewusst. ängste können dagegen leichter geschürt werden …

  5. Sunnilein

    Das soziale Gewissen ist ein netter Begriff, der sich locker-flockig aussprechen lässt, ich meine:Vom sicheren Port lässt sich immer gut raten.Vielleicht wäre es nett, 1. bei sich selbst damit anzufangen und 2. ohne jede Nationaltümelei bei den Menschen im eigenen Land.
    Das würde schon ein Schritt sein, denke ich.
    Als ich vor vielen Jahren und nicht reich, wohlhabend oder so, sondern alleinerziehend mit 2 Kindern eine Kinderpatenschaft übernahm, hörte ich in meinem Kollegenkreis, der sich des öfteren über Aktienanlagen und Zinssätze alterierte, das einhellige Echo: Also dann geht es dir zur gut…
    Wer mal Lust auf Zahlen hat, der sehe sich die Einwanderungszahlen an, man gebe den Begriff Einwanderungszahlen EU ein.

    Für Deutschland lauten die Zahlen für das 1. Halbjahr 2013 wie folgt. Und richtig unsozial finde ich das jetzt nicht.
    WIESBADEN – Im ersten Halbjahr 2013 sind nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 555 000 Personen nach Deutschland zugezogen. Das waren 55 000 Zuzüge mehr als im ersten Halbjahr 2012 (+ 11 % ). Damit gab es zum dritten Mal in Folge eine zweistellige Zuwachsrate bei den Zuwanderungen in einem ersten Halbjahr.
    Aber die Sichtweisen sind in jeder Hinsicht relativ. Auch die meine.




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