Der Hund ist überrascht

Durch Zufall erfahre ich beim Zappen, dass es einen Star gibt, dessen Video auf youtube 5*10^8 mal angeklickt wurde. D.h. ungefähr jeder 15. Erdenbewohner hat das Video angeklicht. Ich nehme aber einmal an, dass es da auch Fans gibt, die sich das mehrfach ansehen.
Jetzt kommt aber die Überraschung: der Typ, Justin Bieber, ist überholt worden von Rebecca Black. So lese ich es im Standard.
Obwohl Rebecca Black nur ungefähr 5*10^7 mal angeklickt wurde, hat sie mehr Ablehnungen erhalten als er und führt damit in der „Ablehnungsliste“ mit 1,2*10^6 im Vergleich mit 1,17*10^6, die Bieber aufweist.

Offen gestanden gebe ich bei diesen Klickzahlen den Lehrern überhaupt keine Chance mehr, bei der Mehrzahl der Jugendlichen etwas erreichen zu können. Die Beeinflussung findet im Netz statt. Kurz, knackig, zum Nulltarif. Bunt, von Leuten des eigenen Alters …
Also ich bin schon überrascht.


5*10^8 sind 500 Millionen. Das Umrechnen der anderen Zahlen überlasse ich als Rechnenaufgabe. (Eine zeitbezogene Rechenaufgabe, vielleicht für PISA verwendbar:)


  1. Diese Klicktrottelei und der Hype um so genannte ‚Stars‘, die keine sind, wie dieses Bieber-Bubi, sind eigentlich nur ein weiterer Beweis für die Verblödung dieser Welt.

  2. Beide Namen sagen mir nichts. Beiden Namen wird aber auch J.W.v.Goethe nichts sagen. Vermute ich mal.
    Die Jugend von heute definiert sich ihre Helden durch digitale Klicks. Das hat was mit taktilen Fähigkeiten zu tun, nicht unbedingt aber mit Intelligenz. Wie geht es eigentlich Herrn von und zu Guttenberg auf Facebook?

  3. Ist es denn nicht völlig normal, dass die heranwachsenden Kids im Alter zwischen 13 und 18 jemanden verehren und bewundern, den sie toll finden? Das ist doch das Alter, in dem Mensch nach Vorbildern Ausschau hält und das sind in diesem Alter nicht gerade Lehrer oder gewöhnliche Leute von der Straße.
    Typen wie Justin Bieber oder Rebecca Black sehen gut aus, haben Erfolg mit ihren Songs, werden bewundert und geschätzt von einem Millionenpublikum. Sie verkörpern einen Traum, der den Jugendlichen selbst bisher verwehrt geblieben ist. Denn meist sind sie mit ihrem eigenen Aussehen unzufrieden, der jungendliche Körper ist in der Umbauphase mitsamt Pickel und diverser Unbeholfenheiten, das gewünschte Styling können sie sich nicht leisten, die tollen Klamotten kosten mehr als ihr Taschengeld allmonatlich hergibt, und bewundert werden sie im besten Fall von den engsten Freunden – aber selten erfahren sie selbst echte Wertschätzung in diesem Alter.

    Ich erinnere mich an eine Umfrage unter Burschen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren. Die Hauptfrage war, was wünschen sie sich am allermeisten von den Eltern. Die häufigste Antwort der Jungs: die Anerkennung durch den Vater.

  4. Na, sind wir älteren Semester nicht auch ein bisschen neidisch auf den dank Social Media ohne großen Aufwand erreichten Erfolg jugendlicher Sternchen?

  5. Bieber und Black sei es vergönnt. In ein paar Jahren sind sie Schnee von gestern.
    Die nächsten Superstars stehn schon bereit, schließlich will jeder neue Schub Pubertierender seine eigenen HeldInnen.

    Vielleicht sollten LehrerInnen ihre Unerrichtseinheiten über youtube verbreiten.

  6. Normal! Was glauben Sie, wie viele Klicks die Beatles in den 60ern bekommen hätten?

  7. Sie sehen mich überrascht, dass Sie sich von Zahlen noch überraschen lassen:)




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