Endlagerung

Dieselbe ist ja ein großes Problem, wenn es um verbrauchte Brennstäbe eines Atomkraftwerks geht. Aber das Problem taucht auch anderswo auf, nämlich bei einem Messie, wie ich es einer bin.
Im Laufe der letzten 22 Jahre hat sich einiges angesammelt, was ich partout nicht wegwerfen wollte. Dazu kommen noch Restbestände aus der Zeit, bevor wir in unser Haus eingezogen sind. Anlässlich eines netten Besuches habe ich jetzt den Versuch begonnen, meine Bestände zu reduzieren.
Mein Schlafzimmer verfügt jetzt bereits mindestens um 4 m² mehr, besser um 10m³ mehr, weil der Raumverbrauch ja dreidimensional berechnet werden muss. Ich muss noch mindestens 10m³ mehr Raum schaffen.
Das bedeutet Wegwerfen. Wegwerfen kann ich nicht, bzw. ich lerne es gerade. Selbstverständlich werden wöchentlich die Berge an Papierkram, die sich in der Post auch in Form von Zeitungen bilden, in den Papiermüll entsorgt.
Trotzdem bleibt viel Papier übrig.
Bücher werfe ich ja nicht weg. Die kämen höchstens auf den Bücherbasar. Aber manche Bücher will ich anderen nicht zumuten. Da kommt dann schon ein das andere einmal auf den Müll. Eine Reihe von Geschichtsbüchern habe ich gesammelt, um sie einen Ex-Chef zukommen zu lassen, für den sie vielleicht eine Unterstützung bei seinem Hobby gewesen wären. Gerade als ich wieder einmal in Entsorgungslaune war und ein Paket zusammenstellen wollte, habe ich erfahren, dass er vor wenigen Monaten gestorben ist. Also gingen zehn Bücher ratzeputz in den Müll. Jetzt habe ich nur mehr 4490. Davon die „Strudelhofstiege“ in dreifacher Ausfertigung. Den Goethe gibt es auch dreifach, sonst gibt es nur vereinzelt Dubletten. Den Joachim Kaiser, den ich jetzt gerne lesen würde, finde ich nirgends. Aber vielleicht taucht er noch auf.
Ich habe unzählige Fachjournale und Ausdrucke von interessanten Artikeln aus dem Internet aufgehoben. Davon habe ich schon die meisten entsorgt. Heute liest niemand mehr, wenn als Quellen die Ideen vor 15 Jahren genannt werden. Ich denke ja anders. Ich glaube, dass bereits vieles früher „gedacht“ wurde, was aus technischen Gründen damals nicht realisiert werden konnte. Heute würde es sich auszahlen, bestimmte Ideen noch einmal zu untersuchen. Aber ich kann das nicht mehr machen. Ich habe einen gewissen Idealismus verloren.
Dann gibt es jede Menge an Kabeln und Interfaces. Ganze Geräte wie Modems. Ist schon fast alles entsorgt. Einzelstücke hebe ich auf, wenn ich mir vorstellen kann, wofür man sie noch manchmal brauchen könnte.
Dann gibt es noch die Andenken. Unzählige Reisen haben da so einiges an Schriftwerken und anderen Artefakten hinterlassen. Was hübsch ist, kommt in die Vitrine. Die Stadtpläne und Reisebroschüren kommen weg.
Tja, es fällt mir etwas leichter, mich von diesen Dingen zu trennen. Aber das Sichten allein bereitet schon Mühe. Denn letztlich muss ich ja doch immer noch entscheiden, ob etwas bleibt oder nicht.


  1. HARFIM

    Ich hatte mehr als 3000 Bücher (28 Meter) an ein Antiquariat verschenkt, besser Bücher-Gebrauchtwarenladen – und die Wohnung konnte wieder atmen 🙂

    http://harfim.twoday.net/stories/buecher/main

  2. O Gott, was ich nicht mehr brauche, wird schnellstens von mir entsorgt. Ich kenne da jemand, der sammelt sogar Zigarrenkisten. Wenn er eine bestimmte Menge zusammen hat, dann will er sie an die Wand nageln…so sagte er jedenfalls:-)

  3. Lo

    Ich kenne das auch: es fällt mir schwer, etwas wegzuwerfen.
    Dann aber gibt es Tage, da habe ich regelrecht Lust darauf, mich von Krempel zu trennen, und das Tolle dabei ist: es befreit richtig, wenn man wieder Platz geschaffen hat.
    Es gibt da so einen Spruch, der sinngemäß lautet: „Es ist schön, Dinge zu besitzen, Du musst nur aufpassen, dass Dich die Dinge nicht besitzen.“

    Das hier passt ganz gut zum Thema:
    http://www.zeitzuleben.de/2136-kampf-dem-chaos-drei-prinzipien-fur-mehr-ordnung/2/

  4. iGing

    Manchmal wünschte ich, ich hätte einfach weniger Platz … dann könnte ich die Sachen nicht einfach nur umverteilen, sondern müsste wirklich mehr wegwerfen … dabei werfe ich doch schon immer auch was weg … aber die Kinder könnten’s doch vielleicht auch nochmal brauchen … und vielleicht freuen sie sich ja mal genauso, ihre alten Spiele und Kinderbücher auf dem Dachboden zu finden wie ich heute über meine … aber apropos Dachboden: NEIN, auf den Dachboden kommt nichts!!! Denn alles, was ich da raufstelle, muss ein andrer wieder runterschaffen und das ist doch nun wirklich vergeudete Energie! … Ich stelle alles in die Garage … da ist dann im Notfall der Weg zum Straßenrand auch nicht so weit … Mit freundlicher Empfehlung!




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