Error

Kennen Sie den Witz, in dem gefragt wird, woran man den Psychiater im Striptease-Lokal erkennt?
Er ist der einzige, der nicht auf die Bühne sondern ins Publikum schaut.
So ähnlich fühle ich mich auch. In installiere gerade Visual Studio 2010 Professional von Microsoft auf einer 64bit-Maschine. Ich tue das nicht, weil ich jetzt ein ganz tolles Programm für Windows programmieren will. Wenn ich programmiere, dann eher in Python unter einer eclipse-Umgebung.
(Doch eclipse helios (profan version 3.6) habe ich heute auch schon installiert und meine Anwendung auf einem neuen Rechner sehr schnell zum Laufen gebracht. Schneller und leichter als ich es erwartet hätte.)
Ich sehe es einfach als Verpflichtung an, mich auf neuestem Stand zu halten. Ich muss wissen, womit Programmierer heute arbeiten, mit welcher Unterstützung durch die Werkzeuge sie rechnen können.

Da fällt mir etwas ganz „Lustiges“ auf. In einer Installationssequenz von mehr als einem Gigabyte ist das erste installierte System das „Microsoft Application Error Reporting“-System.
Das ist logisch, denn alles danach könnte praktisch bereits damit abgehandelt werden. (Das stimmt so nicht ganz, den in Wirklichkeit werden auftretende Fehler während der Installation von einem bereits auf der Maschine existierendem Error Reporting System abgehandelt.)
Als Mensch, der beruflich vorrangig mit Fehlern in der IT zu tun hat, finde ich das amüsant. Ich finde darin aber auch einen erheblichen – und wir mir scheint positiven – Paradigmenwechsel.
Man ist sich bewusst, dass Fehler auf eine bestimmte Weise behandelt gehören. Je besser das geschieht, desto weniger Kosten entstehen bei ihrer Beseitigung.

Und offen gestanden, diese Riesenprogrammpakete sind zwar nicht fehlerfrei aber schon verdammt gut, wenn man ihren Umfang betrachtet. Man kann auch über Microsoft schimpfen, wenn man will. Die Entwicklungswerkzeuge sind sehr gut. Wie es allerdings auch das open source tool eclipse ist.

Und so erzähle ich den Studenten dann, wie es sich in der open source Welt anfühlt, wie in der DOT-NET-Welt, wie in der SAP-Welt, wie in der JBOSS oder TOMCAT-Welt – und wenn ich einen lieben Freund etwas näher im Zugriff hätte, könnte ich ihnen auch etwas über Programmentwicklung in ORACLE erzählen.

Programmieren ist heute genauso schwer wie vor 40 Jahren, obwohl man damals vielleicht nur auf 1000 Worte Code achten musste. Heute sind es hunderte von Megabyte oder zumindest mehr als 1 Megabyte.
Die Werkzeuge laufen der steigenden Komplexität nach.

Müssen die Programme aber unbedingt noch komplexer werden?


  1. Übrigens installiert sich das System noch immer. Das einzige, das selbst auf meiner mittlerweilen recht schnellen Maschine länger dauert, als ich für das Verfassen des Textes benötige.
    Aber es geht dabei auch um 2,18 GByte. (gepackt, also sind es vielleicht sogar 4.)
    Diese Größe, die dann den belegten Speicherplatz angibt, nennt man foot print. (Fußabdruck)
    Das ist schon ein ziemlich großer Yeti:)

  2. Tröste Dich: Die 9-DVD!!! – Installation von Logic 9 Pro war auf meinem 2.4er DualCore MachBook auch nicht langsamer als auf dem fetten Mac Pro… das liegt einfach am Umfang der Software und wohl auch daran, daß letztendlich das Laufwerk der „Flaschenhals“ ist.

    Heute früh habe ich eine unserer „Killerapplikationen“ auf APEX 4.0 gehievt – das ging dank – wie bei mir üblich – hervorragender Vorbereitung (gestern Abend bis 21 Uhr) innerhalb von wenigen Minuten (Schema-Export auf der „alten“ Instanz, ftp auf den Produktionsserver, Tabellen dort droppen und Schema-Import auf der 4er-Produktionsinstanz).

    Und programmiert hat das zum Großteil eine liebe Kollegin, die eigentlich Projektmanagerin ist (gut – ich habe Ihr das Grundgerüst damals vor drei Jahren erstellt, aber innerhalb kürzester Zeit hatte sie sich eingearbeitet bastelt sie eifrig neue Reports, stellt die Masken um, modifiziert sogar die Tabellen wenn sie neue Felder braucht… so einfach kann Programmierung heutzutage sein).

    😉




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