Es sind auch schon Hausherren gestorben

Das ist eine Wiener Redewendung, die besagen soll, dass sich niemand zu sicher fühlen soll.
In den letzten Tagen wurden auch in diesem Medium einige Todesfälle vermeldet. Doch um diese geht es mir hier gar nicht.

Die Menschen fühlen sich recht sicher heutzutage. Es wird ein bisschen gejammert, es wird ein bisschen mitgefühlt. Und es wird ein bisschen Nachhaltigkeit vernachlässigt.

Nein, ich spreche jetzt nicht von dem Ölunglück im Golf von Mexico, obwohl sich das ja schon sehr gut anbieten würde. Ich spreche auch nicht von dem Zugunglück mit gerissenem „Bremsseil“ (bei Nömix nachzulesen), bei dem ich mich wundere, ob es überhaupt noch Menschen gibt, die mit einem deutschen Begriff auch die richtige Sache verbinden.

Jene (Quellen sind bekannt) an den Deutschkenntnissen aufgehängte Ausländerhatz scheint zu übersehen, dass wir Österreicher selber ja offensichtlich auch kein Deutsch mehr können. In Wirklichkeit geht es zum Beispiel um die Verwechslung von Ziehen und Drücken. Ich stelle es mir herrlich vor, wenn jeder Österreich-Leser bei einer Tür die angegebenen Begriffe verwechselt und unweigerlich mit dem Kopf anrennt. Das ist offensichtlich schon passiert, die Österreich-Leser und Österreich-Journalisten machen ja einen hinreichend „ang’rennten“ Eindruck.

Aber es sind nicht wir Österreicher allein. So einfach ist es nicht.
Es sind die Engländer (mit ihrem martialischen Sun-Journalismus, bei dem man sich ins Jahr 1939 zurückversetzt glaubt) und die Franzosen und die Italiener, die es uns vorzeigen.
Die Engländer haben es ja gerade noch geschafft. Bei den Franzosen und Italienern fragt man sich, wie schnell Fussballspieler das Spielen verlernen können. In Italien gab es bereits vor der WM Korruptionsskandale, über die eigenartigerweise niemand mehr spricht. Bei den Franzosen fangen die Skandale erst an.
Dass die Mannschaften ausgeschieden sind, ist noch nicht so schlimm, das ist weitaus engagierteren Mannschaften passiert. Aber die beobachtbare Lethargie bei Spielern, die um zweistellige Millionenbeträge gehandelt werden, ist schon beachtenswert.

Irgendwie stimmt das alles nicht zusammen. Unzählige gelbe Karten (Verwarnungen), kaum Tore und im wesentlichen langsamer Fussball. Und dabei ist Fussball etwas, was „jeden“ interessiert. Die Weltmeisterschaft ist neben den olympischen Spielen wohl die effizienteste Inszenierung von „circenses“, den Nachfolgern der Gladiatorkämpfen, mit denen man das „miese Volk“ davon abhält, sich gegen schlechte Regierungen zu erheben.

Lethargie macht sich breit. Und diese Lethargie wirkt nun bereits einlullenderweise auf alles, was rund um uns herum vorgeht.

Bei den Bloggern geht mir diese Lethargie erfreulicherweise ab. Es gibt nur zu wenige. Deswegen habe ich mich halt noch einmal dazugesellt.
Meine Erwartungshaltung an die Blogger drücke ich heute allerdings präziser aus:
Ich will nichts über die Lebensumstände und Befindlichkeiten lesen. Ich will angeregt werden und ich will über Schönes lesen. ich will über Menschen lesen, die sich an Dingen freuen können und diese Freude auch an andere Menschen vermitteln können.
Es gibt kein Leben ohne Trauer.
Aber bitte im Verhältnis 1:3…
einmal Trauer,
dreimal Freude.
So möchte ich meine Bestellung verstanden wissen. Doch wer von den Bloggern hört schon auf Bestellungen:)


  1. hans1962

    Naja, Bestellung schön und gut!
    Aber wohin soll geliefert werden?

  2. – ich hab heut gehorsamen tag;-)

  3. Steppenhund ist wieder da…*freu*

  4. 3:1 ist auch beim Mörtelmischen ein gutes Verhältnis, sonst reißt die Speis beim Trocknen.

  5. Bestellung (na ja) registriert. Neu-Blog (froh) registriert. Wo darf ich denn meine Bestellungen abgeben? 🙂

  6. Ihre Bestellung! Lieber Herr H.K.H.,

    anbei übermittle ich Ihnen Ihre Bestellung vom XXIV.VI.MMX (na hoffentlich stimmt die Zahl auch ggg):

    1. Freude: Ich habe seit 30 Monaten einen Mann!

    2. Freude: Ich habe einen anständigen Sohn (was man auch immer darunter verstehen möge 😉

    3. Freude: Ich bin und bleibe Philantropin!

    1. Trauer: 3 Stunden Spital, Schmerzen, keine Hilfe bekommen

    ***Fußnote zu 1.Trauer: Mit fast Fünfzig sind wohl einige Wehwehchen in Kauf zu nehmen, Hauptsache die Seele ist gesund!




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