Farbe bekennen

Dieses Wochenende haben wir unser Strategiewochenende von der Firma aus. Normalerweise findet es ja bereits Anfangs des Jahres statt. Aber das Wetter scheint eh zu passen, bewölkt und regnerisch. Am Schönsten ist es eh im Hotel. Ein Kollege wird spazieren gehen, zwei bis drei werden laufen und ich hab sowieso noch etwa für die nächste Woche vorzubereiten.
Aber ich werde Farbe bekennen müssen. Es wird nicht mehr beim einfachen „wenn ich dann in Pension gehe“ bleiben. Es sollen Pflichten und Verantwortlichkeiten neu definiert werden.
Ich werde sagen müssen, dass es mir mit dem 1.1.2016 wirklich ernst ist. Die Zeit vergeht wahnsinnig schnell.
Ich hoffe ja, dass bis dahin Serbien ganz auf eigenen Füßen stehen kann. Eine Woche pro Monat kann ich dann schon dafür aufwenden.
Aber in Österreich oder sonstwo möchte ich nicht mehr in Projekten arbeiten.
Was ich gerne leiste, ist zur Verfügung stehen, wenn es um inhaltliche Fragen geht oder wenn ich eine Schulung mache oder die Firma bei einer Konferenz vertrete. Doch schon heute versuche ich die Auftritte auf die „junge“ Generation zu verlagern.

Die eigentliche Frage ist ja, warum ich aufhören will. Das hätte ich ja von mir selber nie geglaubt.
Aber es ist einfach: mich kotzt der EDV-Betrieb fürchterlich an. Nicht die Sache an sich. Müsste ich etwas programmieren oder entwerfen hätte ich Spass daran. Doch was auf dem Gebiet abgeht, ist einfach widerlich.
(Ich habe mir gerade Tee aus der Küche geholt. Im Radio wird gerade erläutert, wie toll „big data“ doch für die Schule ist, was alles möglich ist. Big data und Scrum sind zur Zeit die größten Hypes, sie verekeln mir das Arbeitsumfeld.)
Ich komme mir vor, als hätte ich mein Leben lang in der Atomindustrie gearbeitet und komme drauf, dass ich unverantwortlich gehandelt habe. Ich möchte aussteigen.
Das Dumme ist bloß, dass ich recht gut darin bin.
Nun, wenn ich in Pension bin,werde ich vielleicht ja anders denken und es wird mir einiges abgehen. Ich werde als Konsulent noch weiter arbeiten. Sollte ich so um die Geringfügigkeitsgrenze herum verdienen, so bekomme ich in der Pension genauso viel wie jetzt als Aktiver.
Aber ich werde mich heute dazu bekennen müssen, ich werde Farbe zeigen müssen. Ich glaube, dass man mich schon verstehen wird. Aber ich habe auch eine Verantwortung für die Firma. So einfach kann ich mich nicht herausnehmen.
Mal sehen, was da in diesen drei Tagen heraus kommt. Daneben muss ich noch ca. 350 Seiten auf englisch übersetzen. (Das wird dann noch probegelesen und muss bis Ende August passieren.) Nur bin ich nächste Woche drei Tage in Schweden.
Es ist also alles recht gedrängt. Doch die vergangenen zwei Wochen Urlaub waren schon gut, um mir selbst klar zu werden.
Ansonsten bin ich halt einfach ein Altersteilzeitler. Ich wusste nicht, dass man da mehr als normal arbeitet:)


  1. lach, was haben sie denn gegen big data? meinereine war unlängst als „expertin“ bei einer podiumsdiskussion eingeladen. also so richtig AUF dem podium. auf meine leicht verwunderte frage an den einladenden, wieso denn gerade ich …: „es ist mir niemand anderer eingefallen!“




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