Feeling good

Jetzt schaue ich dem dritten Abend in Sofia entgegen. Ich fühle mich gut, mehr noch, ich genieße diese Dienstreise.
Sie ist unterschiedlich zu den Dienstreisen, bei denen ich auf einer Konferenz rede. Sie ist unterschiedlich zu den Dienstreisen nach Belgrad, bei denen ich von einer Heimat in die andere reise. Ja Belgrad ist so etwas wie ein zweites Zuhause geworden. Ich fahre nur mit dem Aktenkoffer nach Belgrad, weil ich dort alles Notwendige vorfinde.
Doch hier musste ich einen Koffer auspacken und mich auf eine kurze Zeit im Hotel einstellen. Sehr nettes Hotel. Vier Sterne und alles verfügbar, was man braucht. Es hat keine Sauna, was der einzige Abstrich an Komfort ist. Doch ist es nur zwei Straßenbahnstationen von der Firma entfernt, bei der ich meine Schulungen halte.
Jetzt genieße ich gerade eine kleine Pause, während meine „Schüler“ arbeiten.
Nachher bin wieder ich dran, muss korrigieren, ergänzen und Schwerpunkte setzen. Aber ich fühle mich gut, weil wir heute mit einer praktischen Arbeit anfangen, die später zu ihren Routine-Jobs gehören wird. Ich fühle mich gut, weil ich sehen kann, dass sie gerne arbeiten.
Sie lachen und machen Scherze und strengen sich sehr an. Ich habe einen Ausbildungsplan, der schon einmal sehr gut funktioniert hat (damals vor 2,5 Jahren in Serbien) und er scheint jetzt ebenfalls gut zu funktionieren. Er beinhaltet kleine Geschichten aus meiner Berufserfahrung. Und heute gab es einen Artikel über 10 alte Technologien, die heute nicht mehr bekannt sind. Ich mag es, wenn ich den Leuten ein Gesamtbild vermitteln kann. Ich versuche ihnen, ihre Arbeit schmackhaft zu machen. Ich glaube, dass es mir teilweise schon gelungen ist.
Wie gesagt, ich fühle mich gut.
Nicht zu vergessen: es ist relativ kalt, aber die Sonne scheint hier in Sofia.


  1. Lieber Herr Kisch, bitte schreiben sie weiter.

  2. Ja, sie reden nicht viel und arbeiten fleißig,
    die Bulgaren, beinahe wie die Schwaben… ;-))

    und… nach getaner Arbeit…
    kann man auch gut feiern… mit ihnen…
    den Bulgaren,
    aber das hast wahrscheinlich schon festgestellt…

    Hier robbt sich übrigens der erste Schnee über die Alpen und den Schwarzwald heran!

  3. I wish you continued good feelings:-)

  4. „ältere“ Lehrer haben wirklich den riessen Vorteil, dass sie Dinge kennen die etwas mit Wurzeln zu tun haben.
    Mir fiel beim Lesen Deines Textes eine uralte Professorin ein, die ich im ersten Semester hatte.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard_Hetzer
    Alle Psychologiestudenten rannten brav, wie es sein musste, in die Statistik1-Vorlesung.
    Aber zeitgleich gab es ihre Vorlesung.
    Sie war damals (27 Jahre her) schon über 80, hatte einen grauen Knoten und hatte mit Karl und Charlotte Bühler den ersten Kindergarten gegründet. Ihre Vorlesungen bestanden zu einem gewissen Teil aus Geschichten darüber, wie sie „mit dem Herrn Fischer von Fischer-Technik“ (kennt das noch wer?) Spielzeug entwickelt und später begutachtet hat.
    Zwar habe ich die Statisktikvorlesung später besuchen müssen, aber die kleine Runde in ihrer Vorlesung und das anschließende Teetrinken mit Keksen in ihrem Zimmer, werden mir immer in Erinnerung bleiben.
    So wie der gute alte Watzlawick und Luhmann, die ich noch kennen lernen durfte.




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