Flughäfen

Angeregt durch einen Beitrag von Pezwo.
Ehrlich gesagt, ist die Entrüstung über die Flughafenmanager ja nicht unangebracht, speziell wenn ich an unsere Skylinkmanager denke. Aber je länger ich nachdenke, desto logischer kommt mir alles vor.

Es fängt an mit „Geiz ist geil“. Es geht zu 1€-Flügen. Die Flughafengebühren werden zwar extra verrechnet, aber die müssen sich ja auch in Grenzen halten. Sparen ist allerorten angesagt.
Bei Material, bei Personal, bei, bei, bei.
Es ist natürlich schon schön, wenn man billiger fliegt als man mit der Bahn fährt. Das war früher undenkbar. Ich frage mich, welche physikalischen Gesetze sich geändert haben, damit das jetzt möglich ist.
Auch für die Sicherheit kann man nicht mehr so viel ausgeben.
Klimawandel wird ja allgemein geleugnet. Ja, vielleicht wird es ein paar Zehntelgrad heißer. Dass das Wetter insgesamt erratischer mit mehr Extremen wird, ist noch nicht in den Köpfen verankert.

Da waren mir die Russen früher, die den Alkohol für die Tragflächenenteisun lieber selbst gesoffen haben, noch weitaus lieber. Denn die können mit Schnee und Eis umgehen.

Aber sind wir doch mal ehrlich. Verwöhnt sind wir. Welches Menschenrecht gibt es denn, dass garantiert, dass man pünktlich befördert wird. Früher sind die Leute zu Fuss gegangen. Hat auch funktioniert. In der Zeit haben Mozart und Beethoven wunderbare Werke komponiert. Von Burg Forchtenstein sind die Karossen zwei Monate nach Moskau kutschiert. Dabei wurden nur zehn Mal die Pferde gewechselt.

Übrigens sind auch Formel-1-Autos mit so einer Schneemenge überfordert. Aber das ist das Gelbe vom Ei, nicht wahr. Spitzenleistung der Automobilindustrie.

Ja liebe Leute, jetzt gibt es Facebook und Spiele, realistische Nachstellungen einer vegangenen Zeit mit Supergrafik. Mit der echten Natur werden wir nicht mehr so richtig fertig.
Solange nicht, bis die Katastrophen so häufig und heftig werden, dass wir innehalten und feststellen, es hat sich etwas geändert – in unserer Umgebung.
Vielleicht sollten wir uns auch ändern.


  1. dasselbe mit den zügen, siehe deutschland!
    wenn ich mich erinnere an meine lehrzeit wo ich mit dem zug täglich von velden nach villach fuhr, und in kärnten war da schnee, und wie, nie kann ich mich an eine verspätung erinnern.
    allerdings hatten da die loks im winter eine schneeschaufel vorne dran, wenn ich mich nicht irre.
    dafür schafften sie natürlich nicht 300 kmh..;)

  2. Gerade vorhin diskutierte ich mit einem irischen Kollegen darüber. Er prüfte gerade, ob sein Flug von Abuja über Amsterdam nach Liverpool stattfinden wird, da er von dort per Auto und Fähre nach Belfast möchte, um mit seinem Vater Weihnachten zu verbringen. Wenn ich einmal 40, 45 Jahre zurückschaue, in meine Jugend: auch da gab es Winter und Schnee, mehr sogar als heutzutage.

    Nur: damals sprach niemand vom Chaos. Damals, wieviele Menschen nutzten Flugzeuge? Wieviele Flugbewegungen gab es am Tag? Und bei den Eisenbahnen, die heutzutage ihren Kunden empfehlen, zuhause zu bleiben: wieviele Strecken waren elektrifiziert? Wieviele Zugbewegungen wurden noch mit „veralteten“ Dampfloks durchgeführt, deren Technik den Witterungsbedingungen gewachsen waren? Erst 1977 war die deutsche Bundesbahn dampffrei. Wann fingen die Beschwerden der Fahrgäste an?
    Und die Autos: was gab es damals für Fahrzeuge, wie war deren Höchstgeschwindigkeit ausgelegt? Wie schnell fuhr man bei schneebedeckter Fahrbahn?

    Es ist ein Ausdruck menschlicher Unzulänglichkeit bei der Entwicklung immer schnellerer, immer billigerer Systeme, um sich von A nach B transportieren zu lassen. Und nicht eine Folge von Wettererscheinungen, die es schon immer gab.

  3. Was? Vielleicht sollten wir uns auch ändern? Haben wir das nicht schon? Früher wussten wir noch, Geld erwerben wir durch Arbeit und Tätigkeit, heute aber, in dem wir das Geld arbeiten lassen. Früher rechneten wir mit dem Unberechenbaren, heute mit den Zinsen. Vor gar nicht allzulanger Zeit freuten wir uns, wenn es endlich eine Eisenbahnverbindung gab, heute freuen wir uns, wenn eine (angeblich) unrentable Linie eingestellt wird. Früher sicherten wir das Sparen, heute sparen wir uns die Sicherheit. Früher aßen wir, was wir in der Natur fanden, heute finden wir in der Natur, was an Plastik übrig bleibt von dem was wir essen.
    Steppenhund, wir haben uns geändert 😉

  4. Na ja, für seine Lernfähigkeit ist der Mensch, so er in Massen auftritt, nicht gerade berühmt.
    Wir hatten grad eben die Chance, aus der letzten ökonomischen Krise zu lernen. Haben wir das? Leider nein.
    Es geht munter weiter dem Abgrund entgegen.
    Wär ja auch nicht die erste Kultur, die irgendwo im Sand verläuft, also schnell noch ein bisserl herausholen was geht.

    Auf der Donau zwischen Wien und Bratislawa fährt der Twincityliner und braucht für die Strecke eine Stunde. Würde er langsamer fahren und eine Stunde und zehn Minuten brauchen, wäre sehr viel weniger Schaden durch seitlich ans Ufer schwappende Schockwellen zu verzeichnen (Für Schotterbrüter ist das ein Zunami), aber eine Stunde klingt halt besser.

    Koralmtunnel, Eurofighter, Skylink, Hypo, …
    Adventsamstageinkaufsstatistiken, i-Pad, -Phone, -Pod, haben, haben, haben, weil Sein ist viel zu unangenehm.

  5. pathologe hat schon einiges Wichtige gesagt. Ich kann ehrlich gesagt das Gejammer um Flugreisende, die nicht wegkommen usw. nicht mehr hören. Insbesondere Geschäfstreisende jammern ohne Ende ohne zu überlegen, ob sich nicht so manche Tour auch sparen ließ.

    Die Deutsche Bahn hat sich aus drei Gründen unfähig gemacht: 1. Personalabbau (über 250.000 Menschen in den letzten 20 Jahren) 2. Es gibt keine dezentralen Stellwerke mehr (siehe 1.) 3. Zu fragile Technik der neuen Züge.

    Nicht die Natur hat sich geändert, sondern der Mensch glaubt, in seiner Hybris dieser trotzen zu können.

    Es ist Winter und da ist die sogenannte Mobilität eben eingeschränkt, wenn diese auch noch billig sein soll. Wo ist das Problem?

    Allseits Frohes Fest.

  6. auch rolltreppen sind enorm überbewertet!




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