Ich bin eigentlich zu alt …

Ich bin zu alt
Ist mir alles zu kompliziert. Nicht wirklich. Aber irgendwie schon.
Es gibt ja einige Menschen, die behaupten, dass sie sich mit dem Computer nicht auskennen. Nun, eigentlich kann ich das nicht sagen. Aber manchmal hilft auch das ganze Auskennen nichts. Ich stelle fest, dass ich wüsste, was schuld ist, wenn etwas nicht geht, aber ich kann es nicht an Ort und Stelle beheben, weil …
Und für die, die es interessiert:
Ich arbeite an einem Projekt. Die Kunden sind ein Bilder gewöhnt, die von einem Programm kommen, das ich nicht habe. Das Programm kann man auch als Open Source für den privaten Gebrauch herunter laden.
Die Installation davon dauert auch auf einem schnellen Rechner einige Minuten. Das Programm verwendet eine Datenbank.
Beim Starten des Programmes X stellt sich heraus, dass die Datenbank nicht installiert wurde.
D.h. das Datenbankprogramm wurde schon installiert, aber es wurde nicht „die Datenbank“ für das bewusste Programm installiert.
Einige Zeit suche ich. Die Datenbank läuft auf meiner Version des Betriebssystem – angeblich. Allerdings kann es sein, dass das Installationsprogramm, das von der Firma, die das X zusammen mit der Datenbank installiert, nicht auf meinem Rechner ordentlich läuft. Vermutlich läuft es mit XP oder Windows 7.
Jetzt bin ich ja ein sogenannter „Power User“. So einer lässt sich davon nicht abschrecken. Ich habe ja Windows 7 auf einer virtuellen Maschine, die auf meiner Windows 8 Plattform läuft. Also wird die virtuelle Maschine angeworfen.
Ich bekomme aber die Installationsdateien nicht auf die virtuelle Maschine. Copy und Paste scheint hier eine Größenbeschränkung zu kennen, die es sonst nicht hat.
Ich versuche noch die Laufwerke zu „sharen“, aber es ist 4 Uhr früh. Ich gehe schlafen. Am nächsten Morgen rufe ich meinen Kollegen an, um ihn über die Größenbeschränkung von copy&paste zu befragen. Die ist ihm nicht bekannt, aber er empfielt mir den Umweg über eine USB-Stick.
Ich sitze inzwischen beim Kunden. Die Lösung mit dem USB-Stick funktioniert. Die Installation auch. Plötzlich gibt es die richtige Datenbank, die vom Programm X adressiert werden kann.
Jetzt gibt es ein anderes Problem. Das Programm und/oder die virtuelle Maschine versucht, an die Laufwerke meines Laptops heranzukommen und schlägt mir einen Benutzer vor, den es auf der Maschine nicht gibt.
Interessanterweise funktioniert Programm X und ich bin fast zufrieden, bis ich feststelle, dass mein virtuelles Windows 7 noch eine Aktivierung braucht. Die virtuelle Maschine habe ich nämlich von meinem alten Rechner übertragen und daher gilt die ursprüngliche Aktivierung nicht mehr. Aktivierung über Internet ist im Prinzip keine Angelegenheit. Ich muss nur meinen Proxy aufmachen und die virtuelle Maschine auch über den Host (das ist mein Laptop) an die Außenwelt (das ist das Internet) verbinden. Die Aktivierung funktioniert nicht.
Naja, ist klar. Ich habe ja noch das Proxy-programm dazwischen und dann gibt es noch den Proxy des Kunden, über dessen Local Area Network ich angebunden bin.
Ein Kollege klärt mich auf, dass die Aktivierung sowieso nicht über einen Proxy geht sondern direkt über Ansprache der Netzwerkkarte, also im Prinzip 2 Stufen tiefer im TCI/IP-Stack. Und da hat der Proxy des Kunden etwas dagegen.
Zuhause habe ich die Aktivierung noch einmal probiert. Alles lief wie am Schnürchen. Soweit bin ich glücklich.
Aber ehrlich: – und ich bin da nicht fishing for compliments – ist das nicht alles ein bisschen kompliziert.
Da muss man der NSA ja doch ein großes Lob aussprechen. Solche Hindernisse sind für die nur peanuts.
Und dann denke ich mir, dass es schon ein Wahnsinn ist, was da alles funktioniert. Und irgendwie bleibt der Wunsch, so lange wie möglich noch alles verstehen zu können, was da mit den Computern so abläuft.


  1. irgendwie genauso kompliziert wie mit den werkverträgen – durch welche menschen wie sklaven gehalten werden – aber an die urheber und verantwortlichen kommt man nicht ran. sowas aber!
    ich habe den verdacht, dass alles auch viel einfacher sein könnte. nur dann hätten die arschlöcher, ausbeuter und kapitalisten keine schlupflöcher mehr.
    für mich ist es energieverschwendung, z.b. am computer den problemen auf den grund zu gehen. dabei bin ich sicherlich nicht der dümmste. wenn ich nachforsche, kriege ich entweder schwammige antworten oder welche in fachchinesisch.
    es ist heute einigen spezialisten und denen, welche sich diese spezialisten kaufen können, vorbehalten, hinterfurzig sehr viel macht auf den einfachen, dummen konsumenten auszuüben.
    die verführung dazu ist anscheinend zu groß.
    in diesem falle gilt wirklich: wissen ist macht. es geht eben um ein spezialistenwissen, an das man nicht leicht herankommt.
    in einer offenen wissensgesellschaft wie der heutigen schafft man sich möglichkeiten, um sich sozusagen ein geheimwissen zu sichern.

  2. Das „Nicht mehr verstehen (können, wollen)“ der Abläufe in diesem Bereich ist legitim, schon weil die Konstrukte eigentlich an Handhabbarkeit und Logik zusehens verlieren.
    Na eh kommt man zu einem Ergebnis irgendwie, allerdings auch nur allzuoft mit Hakenschlagen.
    Kompatibel mit…, da hätt ich gerne den Quellcode der NSA-Programme.

    Liebe NSA, ich hab´s nicht so gemeint. Ich bin, obwohl Bartträger und Atheist im Grunde genommen ganz harmlos. Windows ist eh super.




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