Ich, ich, ich …

Es ist mir bewusst, dass in den meisten Kommentaren, die ich abgebe, ein Selbstbezug angegeben ist. Ich schreibe, wie ich die Meinung des Autors auffasse, wie sie sich als richtig in meinem Leben herausgestellt hat, oder auch warum ich sie nicht für richtig halte.

Im persönlichen Gespräch halte ich mich da eher zurück, weil ich gelernt habe, dass eine Frau, die etwas sagt, am Allerwenigsten Gegenrede oder Vorschläge erwartet. Man schweigt am besten, zeigt verstohlen Mitgefühl und wird dafür mit der Bezeichnung Frauenversteher ausgezeichnet.

Jetzt bin ich im zehnten Lebensjahrsiebent und es ist mir langsam egal, was die Menschen über mich denken. Den ersten Erfolg habe ich schon erzielt. Ein Kommentar hat dazu geführt, dass ich entfreundet wurde. Von einer Frau, die ich durchaus achte. Aber ihr Posting auf FB war schon seit Jahren immer wieder auf FB und ich habe mir erlaubt kund zu tun, dass mich das an Yellow Press-Verhalten von FB erinnert. Ich werde der Frau als Freund nicht abgehen. Sie hat ja noch über 700 andere.

Allerdings überrascht es mich immer wieder, die Beurteilung von anderen Menschen zu sehen. Was sie teilen, was ihre politische Haltung ist, was sie empört, was sie erfreut. Insofern ist FB schon ein recht gutes Medium.

Und manchmal ist es interessant, durch Wiederholung darauf gestoßen zu werden, etwas neu zu überdenken. Allerdings gibt es eine Sache, die mich zum Kotzen bringt: „Wenn du das kannst, bist Du ein Genie.“ Und dann kommt eine Aufgabe, die ein Volksschüler lösen könnte.

Dann denke ich mir: das sind alles Vollkoffer, zu deutsch Volltrotteln. Und da wahre ich gerne eine Distanz.


  1. „Im persönlichen Gespräch halte ich mich da eher zurück, weil ich gelernt habe, dass eine Frau, die etwas sagt, am Allerwenigsten Gegenrede oder Vorschläge erwartet“

    you made my day twice;-)

  2. Sunnilein

    FB und Frauen Der Begriff Freund ist bei FB doch ein sehr uncharakteristisches Sammelsurium. Mit Freundschaft an sich und im tiefen Sinne hat das oft nichts zu tun. Daher ist es in einigen Fällen sicher besser dort nicht befreundet zu sein. Und wer das kleine Einmaleins als Geniestreich des Denkens bezeichnet, direkt oder indirekt, ja mei…Was soll man da reden.
    Frauen allerdings scheinen mir doch differenzierter als in Ihrer Gesamtsicht bezüglich Gegenrede und Vorschlag. Ich traue mich zu behaupten: Lieber Steppenhund, da fehlt noch einiges in Ihrem Jagdrevier. Aber es ist ja noch viel Zeit, insofern kein Anlass zu Eile! 🙂

  3. iGing

    „… eine Frau, die etwas sagt …“
    Ganz sicher werden wir das Thema hier und jetzt nicht ausdiskutieren wollen, Herr steppenhund, die Überschrift lautet ja bezeichnenderweise „Ich, ich, ich“! ;-))

  4. Lieber Steppenhund!

    700 Freunde? Ich schaffe es nicht einmal, mit 7 Freunden ausreichend Kontakt zu pflegen übers Jahr!

    Vollkoffer meiden, das verstehe ich gut. In einem „vollen Koffer“ hat ja auch nichts mehr Platz, kein neuer Gedankengang, kein neu gewonnener Eindruck vom Gegenüber, keine neue Sichtweise über sich und die Welt.

    Dir ist es langsam egal, was andere über dich denken? Schlicht gesagt: Das gefällt mir – und ich pflege mit dem Älterwerden eine ähnliche Haltung einzunehmen. Außerdem, was jemand über dich äußert, zeugt viel mehr von seiner eigenen Geisteshaltung. Das finde ich spannend, wenn sich jemand über mich zu äußern pflegt.

    Mit Sonntagsgrüßen aus den Voralpen
    Rosenherz

  5. Über den Dialog mit X-Chromosomenträgerinnen verlier ich jetzt lieber kaum ein Wort, weil dies ist ein weites Land…

    FB allerdings, das ist eine leicht durchschaubare Spielwiese. Zugemüllt mit seichter Rede, niedlichen Bildern und Scherzen läßt sich „brauchbares“ kaum finden, weil wenn du nicht ständig reinschaust, rutscht das irgendwohin hinter empfohlene Beiträge und Aufforderungen irgendwas zu spielen, Hund- und Katzenvideos oder weisen Sprüchen und Änderungen eines Profilbildes.
    Wenn da jemand 700 Freunde hat muss sie sehr einsam sein.

  6. Herr Steppenhund,
    wahrscheinlich hat es etwas auf sich mit dem
    Alter und der Weisheit…ich spüre jedenfalls, wie ich von Jahr zu Jahr ein bisschen weiser werde. Zugegeben mein EgoEgoEgo freut sich, dass Sie mir hier Zeit und Raum widmen.
    Und auch ich habe selbstverständlich nach gedacht. Ich habe 700 FB Freundinnen und Freunde – sie stammen aus verschiedenen Lebensepochen und irgendwann werde ich mir die Mühe machen auszusortieren. Klar sind das nicht alles Menschen, mit denen mich „echte Freundschaft“ verbindet, sondern oft Menschen, denen ich irgendwann auf Weggabelungen begegnet bin. Man wollte in Kontakt bleiben und hat Adressen ausgetaucht. Früher hatte ich Zettel, seltsam geordnete Adressbücher, später Visitkarten,
    den PSION und dann das Internet eben mit Social Media. Erinnerungsclips,meine russische Ex-Mieterin, die Pianistin, sollte ich längst von meiner Freundesliste streichen, aber ich mag ihr Bilder wie Postkarten aus einem ganz anderen Leben.
    Ihr Kommentare mag ich nicht so, Herr Steppenhund, die sind oft belehrend und manchmal an der Grenze zum Verletzenden (Naikan). Und, darf ich Sie, Sie, Sie erinnern: Der Elfmeter war aufgelegt: „Da dies nunmehr die zehnte diesbezügliche Darstellung ist, bin ich leicht frustriert. – Aber auch durchaus auch positiv berührt. Es zeigt sich, dass Facebook trotz der persönlichen Anmutung im Prinzip eine Fortsetzung der Yellow Press ist. Wenn selbst intelligente Menschen mit Postings kommen, die seit Jahren auf FB kursieren, geht es anscheinend nur um Gefühle, die erzeugt werden sollen. Ich nehme mich da bei meinen eigenen Postings nicht aus. Aber dann schließe ich daraus, das Vögeln noch eine weitaus effizientere Form des social networkings ist. Wenn ich dann aussortiere, welche Postings ich lesen möchte, scheiden noch einmal mindestens 50% der Freunde aus. Drei Posting dieser Art – ein Elfmeter:)“ Sie lösen bei mir mit solchen
    Kommentare negative Gefühle aus – schließlich geht es bei jedwede Kommunikation um Gefühle, wie Sie sicher wissen,- drei Kommentare dieser Art, Elfmeter, sozusagen. Ihr Blog lese ich noch immer immer wieder gerne, Herr Steppenhund.




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