keine Entschuldigung

Es gibt keine Entschuldigung für das Auftreten der Wirtschaftskrise 2008.
In einem sehr interessanten Interview mit Minister Mitterlehner und Filmemacher Wagenhofer spricht Mitterlehner etwas aus, was ich seit dem Enron-Skandal 2000 immer wieder ins Treffen führe. Und ich weiß mich da keinesfalls alleine.
[Mitterlehner]
Es hätte schon gereicht, die Grundrechnungsarten anzuwenden: Wenn bei einem Wirtschaftswachstum von drei Prozent am Finanzmarkt Gewinne von 50 Prozent erwartet werden, dann stimmt etwas nicht. Da hat sich ein Wettfieber ohne Bezug zur Realität breitgemacht. All die Unternehmen sahen es als Sport an, eine Treasury-Abteilung zu gründen, um Geld am Finanzmarkt zu veranlagen – und nicht nur die: Auch Unis, Kirchen, Kommunen haben mitgemacht.
GRUNDRECHNUNGSARTEN! Die hat man zu meiner Zeit in der Volksschule gelernt. Ich behaupte einmal, dass mindestens 50% der Bevölkerung nicht mehr ohne Taschenrechner dividieren kann.
Etwas später kommt dann noch ein kleiner Hammer, der sich im Zusammenhang mit der Zentralmatura (siehe bei teacher) gut liest.
Bildung ist der Schlüssel, um zu neuen Ansätzen zu kommen – doch die nötige Kreativität wird an den Schulen zerstört. Wir erzeugen angepasste Pflichterfüller und unkritische Konsumenten.
Das ganze Interview findet sich hier.


  1. Der Kapitalismus muss verschwinden. Es geht nicht mehr um einen Schlüssel.
    Putin muss verschwinden. Putin ist ein Faschist.
    Karadzic und Mladic müssen 7899 Jahre Freiheitsentzug bekommen. Der Nationalismus ist ein weiteres Krebsgeschwür, er muss verschwinden mitsamt dem Kapitalismus.

  2. Sunnilein

    Lieber Herr Steppenhund,… Sie sehen die Dinge aber durchaus optimistisch: 50 %…da bin ich mir fast sicher, dass es im besten Falle noch 30% sind, höchstens. Neulich fand ich die Frage im Net, wohlgemerkt eines gymnasialen Schülers der Klasse 8, ob man denn 4/8 auch anders ausdrücken könne und ob da vielleicht, auch wenn er es kaum glaube, jemand helfen könne…Ich habe fast 40 Jahre mit viel Freude unterrichtet, neben aller Kreativität, die ich unendlich gefördert und gefordert habe, gehört schon auch das Lernen dazu. Das wird heute sehr, sehr häufig zu Gunsten aller möglichen Beschäftigungen, genannt PROJEKT, vergessen. Mit „Namen tanzen“ allein wird es nichts, schon gar nicht bei Krisen:-)))! Ob Zentralmatura oder nicht, für mich entscheidet ein guter Unterricht über Wohl und Wehe der Schüler, egal welcher prüfungsmodus und zu welcher Zeit. Spannend, kritisch, exakt und anregend. Und immer auch mit Humor.

  3. Wie es scheint, hat der Mensch „westlicher“ Prägung Gepflogenheiten entwickelt, die wir bislang (fälschlicherweise) dem Lemming zugeschrieben haben.
    Bildung wäre ein Ausweg, gäbe es sie.

    Ich sag´s mal provokant – Schon weit vor den mathematischen Defiziten hapert es vor Allem an sozialer Kompetenz, und das kann man nicht allein der Schule zuschreiben. Es kränkelt an „Bildung überhaupt wollen“, an Resten humanistischer Kultur.
    Bildung ist mehr als Lesen, Schreiben und Rechnen können.

    Zu „Bildung ist der Schlüssel, um zu neuen Ansätzen zu kommen – doch die nötige Kreativität wird an den Schulen zerstört. Wir erzeugen angepasste Pflichterfüller und unkritische Konsumenten.“ wäre zu ergänzen, wir erzeugen auch Perspektivelosigkeit und Gier nach schnellen materiellen Renditen.

  4. Die Sache mit der Bildung klingt immer gut, ist aber bei näherer Sicht auch nur eher hilflos. In der Vergangenheit hat Bildung weder vor der Verherrlichung des Nazitums noch vor Stalins Gulags noch vor Pol Pot geschützt. Im Gegenteil: Es waren immer auch Intellektuelle, die die entsprechenden Theorien geliefert hatten. Die Banker, die den real existierenden Kapitalismus ausleben können und dabei von der Politik nicht abgehalten werden, sind rein bildungstechnisch sicherlich auch keine Deppen (wie auch die Politiker nicht). Und dass hier in plakativer Form einem System der Räterepubliken das Wort geredet wird, sagt ja auch schon einiges aus.

    Bildung ist natürlich unerläßlich. Aber ein Allheilmittel ist das nicht.

    Absolut unverständlich ist und bleibt, warum nicht mindestens in der EU die Banken nicht drastisch reguliert und ihre Aktivitäten eingeschränkt werden. Wir haben das große Problem, dass aufgrund einer diffusen Angst vor dem Systemkollaps die Rezepte, die in die Katastrophe geführt haben, einfach fortgeschrieben werden. Das ist ein eminent gefährliches politisches Problem.

  5. europa ist für mich in erster linie die idee, menschen aus dem europäischen kulturkreis einander näher zu bringen und langfristig in dieser region frieden zu stiften.
    wo europa anfängt und wo es aufhört – darüber kann man im einzelfall streiten.
    sicher ist aber: es gibt europa!




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