Lehrplan

Das wäre mein Lehrplan, nachdem ich heute in der Presse lese, dass die Bildungsreform im Kreis läuft. Er schließt ein Modulsystem nicht aus, was etwas durch die Nullen in manchen Jahren belegt ist.
Freigegenstände sind nicht berücksichtigt, da Turnen und Theater hauptsächlich am Nachmittag anzusiedeln wären. Also quasi eine Dreivierteltagsschule.
Betont sind Deutsch und Mathematik, sowie Englisch. Außerdem werden manche Fächer, die sonst erst in der Oberstufe vorkommen, bereits in der Unterstufe erstmalig behandelt.
Einige Fächer, die vor allem enzyklopädisches Wissen vermitteln, sind im Stoff reduziert.
Grundzüge der Demokratie, Geschäftswesen und Informatik sind neu hinzugekommene Gegenstände. (In Amerika heißt es „Problems of Democracy“ und ist ein absoluter Pflichtmodul für die erfolgreiche Matura)
Die Betonung auf Deutsch und Mathematik soll den Bedarf an Nachhilfe reduzieren.
Latein kommt nicht vor, wäre aber in meinen Augen der wichtigste Freigegenstand mit 0,0,2,2,2,2,2,2 Wochenstunden in den Klassen.
Danach kommen die anderen Fremdsprachen.
Natürlich würde ich Latein als Vorbedingung fürs Studium ansehen, jedes Studium.
Naja, sagen wir einmal so. Ich wäre froh, wenn meine Enkel das lernen müssten. Wenn sie dazu noch die Praktika machen, wie das in der Waldorfschule üblich ist, halte ich die Erziehung für ausreichend. Der Rest muss von den Eltern kommen.


  1. Lieber Steppenhund,

    in Ihrem Lehrplan kämen mir „Geschichte“ und „Sprachen“ [generell] zu kurz 😉

    Die Möglichkeit in jungen Jahren, von Kindesbeinen an, nicht nur Englisch zu erlernen, sondern insbesondere die Wahl zum Erwerb mehrerer Fremdsprachen zu haben, war für mich das Wertvollste, das mir die Schulzeit angedeihen ließ 😉
    Gerade auch die Möglichkeit, osteuropäische, slawische Sprachen zu erlernen, ist heute noch wichtiger für die gegenseitige Völkerverständigung und v.a. für das [hoffentlich weitere] enge Zusammenwachsen mit unseren mittel[ost]europäischen Nachbarn.

    Was „Geschichte“ anbelangt, gilt dasselbe. Wieviele Fehler, Ungeschicklichkeiten, Fettnäpfchen könnte unsere heutige Politikerkaste vermeiden, wenn die alle mehr Ahnung von [wenigstens der naheliegenden, jüngeren] Vergangenheit [sagen wir mal der letzten 100 bis 150 Jahre] hätten. Es gibt ein sehr gutes Zitat [ich weiß auswendig, jetzt auf die Schnelle leider nicht mehr, wer es sagte]: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Zukunft nicht gestalten“ – da ist viel Wahres dran.

    Mal schau`n`g, was mir im Nachgang noch zu Ihrem Lehrplan einfällt 😉
    Bis dahin erstmal schönen Sonntagnachmittag,
    herzlich Teresa

  2. halb ot interessanterweise waren auf dem bildschirm, den ich vor einer halben stunde verwendet hab, nur die klassen 1 bis 5 zu sehen. auf dem jetzigen sehe ich mehr, allerdings reicht die tabelle weit ins menü hinein. schaut seltsam aus.

    schon at:

    ich weiß nicht recht, nur eine stunde pro woche scheint mir für vieles recht dürftig. das französische fach „science“ (mischung aus bio, chemie und physik) mit deutlich mehr stunden halte ich in der unterstufe (zum wirklichen interesse wecken) für eine bessere alternative. englisch am anfang ist viel zu wenig – bis 14 lernst du doch jede sprache noch deutlich besser als später. und keine zweite (lebende oder tote:-)) in der sekundarstufe I?
    geschäftswesen mit 2 stunden in der dritten? was genau willst du den zwölf- bis dreizehnjährigen da anbieten?
    gut gefällt mir ein bisschen psychologie in der unterstufe, das wär durchaus ein platz sich mit persönlichkeitsbildung, gruppenphänomenen, geschlechterrollen oder mobbing … auseinander zu setzen.

    insgesamt hätt ich auf jeden fall lieber ganztagsschule, 21 stunden sind da zu wenig. und gerade einmal eine stunde turnen oder zeichnen kannst du dann auch weglassen. bis die entsprechende gewandung oder materialrüstung erledigt ist, kannst du da ja schon wieder mit dem aufhören beginnen.

  3. An sich ein sehr praktikables Gerüst für eine fundierte Grundbildung, auch wenn die musischen Fächer …, aber da hat jeder seine Vorlieben.

    Was nicht in Fächeraufteilung aufscheinen kann ist das Wie.
    Ich halte es für sehr wichtig, dass Unterricht fächerübergreifend stattfinden darf und soll, ja eigentlich muss.
    Geschichte hat sowieso mit Geographie zu tun, aber ebenso mit Philosophie, Mathematik, BE, Sprache, Musik, etc.
    Mathematik mit Musik, Philosophie usw.

    Bildung ist ein Ganzes und sollte, nicht wie gegenwärtig, zusehr in einzelne Fächer zerhackt werden.

    Die Lehreraus- und Weiterbildung steht dem schon im Wege, vom Schubladendenken vieler Lehrenden ganz abgesehen.

    Waldorfpädagogik klingt wie eine Lösung, aber auch die ist abhängig von den Menschen die sich daran versuchen, und da habe ich auch schon einiges an überzogenem Fanatismus erleben müssen.

    Dein letzter Satz ist fundamental wichtig!
    Menschensbildung (Kultur-, Sozial- und Wissensvermittlung) allein der Schule zu überlassen kann nicht funktionieren.

  4. Lieber steppenhund, du scheinst mir doch ein Konservativer zu sein. Latein, omg! Mein Lehrplan würde von den heutigen viel stärker abweichen und hätte z.B. viele praktische Dinge (z.B.: Mobilität) und viele neue Fächer (z.B. Recht) integriert.

    Es geht mir hier nicht darum, meine Wünsche zu deklarieren. Es geht mir um die Idee, die Wünsche der Bevölkerung abzufragen. Wenn 1000e Interessierte im Netz ihre Wünsche deklarierten, dann würde man sehen, wie weit die Vorstellungen streuen und man hätte die Gelegenheit, demokratische Mitbestimmung zu ermöglichen. Das gefiele mir und ich hätte – endlich – eine breite Legitimierung meiner Lehrinhalte, die ich wirklich gerne den Bevölkerungswünschen anpassen würde.

  5. Nach einem ersten Blick auf den Lehrplan scheinen mir Biologie und Astronomie zu fehlen. Einige Fächer werden auch anders benannt, als ich es tun würde. Zum Beispiel würden „Grundzüge der Demokratie“ bei mir aufgeteilt zwischen Geschichte und Ethik (die ebenfalls fehlt).

    Eine interessante Idee habe ich einer freien Schule hier bei uns entnommen: Die Fächer werden nicht separat unterrichtet, sondern in Zeitblöcken, wo in allen Fächern ein Thema behandelt wird, jeweils aus dem fachspezifischen Blickwinkel. Und mit eigenen Ausarbeitungen der Schüler, und in Gruppen. Das scheint mir eine gute Möglichkeit der Lebensvorbereitung zu sein, denn Themen enden nicht an Fachgrenzen und Aufgaben werden meistens nicht allein, sondern in Gruppen gelöst.




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