Rauchen

Ich lese in einer Tageszeitung, dass der Gesundheitsminister eine Aktion „scharf“ gegen Raucher und speziell gegen die Wirte ankündigt, die das Rauchen tolerieren.
Jetzt will ich nicht über die Schädlichkeit oder Unschädlichkeit des Rauchens diskutieren. Vielmehr erfasst mich eine unbändige Wut, wenn ich an die Art denke, wie die Raucherhatz durchgeführt wird.
Es ist schon eine Tatsache, dass Aktiv- und Passivrauchen das Gesundheitsrisiko erhöht.
In Russland sind (bzw. waren 1987, als ich die Statistiken las) aber z.B. das größte Problem Herzerkrankungen, weil die Ernährung so ungesund war.
In unseren Breitengraden nimmt das Burnout-Syndrom zu, und zwar signifikant im zweistelligen Zuwachsbereich.
Und irgendwie erinnert mich die Raucherhatz an die Hexenverfolgungen, bekannt durch beispielsweise Salem. Und dann gab es ja auch noch eine Phase der Prohibition, die mit relativ großem Kriminalitätsanstieg einher ging. Man könnte eine Reihe von Analogievorgängen anführen.
Beim Rauchen ist es allerdings relativ einfach, die Hybris der Politik zu erkennen. Ein kleiner Nebenschauplatz: zur Zeit werden verstärkt Korruptionsfälle behandelt. Korruption wird stärker verfolgt als bisher. Es stellt sich heraus, dass es kaum mehr Politiker der drei größten Parteien Österreichs (in den Jahren 2000 – 2008) gibt, die nicht aus Geldgeilheit sämtliche Rechtsgrundsätze verletzt haben.
Deswegen stelle ich jetzt einmal die Behauptung auf, dass die Jagd auf Raucher eine Alibiaktion ist, die überhaupt nichts mit dem Kampf um bessere Volksgesundheit zu tun hat.
Um hier ganz einfach die Situation zu verbessern, wäre es ausreichend, die Werbung fürs Rauchen zu verbieten. Speziell eine Werbung, die sich vor allem an Jugendliche und Heranwachsende richtet. (Philip Morris) Denn einen passionierten Raucher bestraft man zwar mit den derzeitigen Aktionen, man wird aber nicht verhindern, dass das Rauchen zunimmt. Wenn es weniger attraktiv wird, gibt es eine Chance, dass weniger geraucht wird.
Wenn man es verbietet, wird das Rauchen attraktiver. Alles was verboten ist, hat einen zusätzlichen Reiz.
Ich selbst leide nicht unter den Verboten. Ich rauche vielleicht zweimal in zwei Jahren. Aber ich hasse Verlogenheit, Hybris und die Geldhörigkeit unserer Politiker.


  1. man merkt hier: das lesen von tageszeitungen ist der gesundheit abträglicher als das rauchen!

    😉

  2. jaja… natürlich Alibiaktion. Was sonst auch. Es gibt ja keinen Politiker gegen Feinstaub und Gen-Gemüse….
    Weiss nicht, wie es bei Euch in Austria um Gesundheitsversorgung und Rente bestellt ist, aber hier in good-old-germany….: sollten sie jedem Raucher die Zigaretten kostenlos zur Verfügung stellen, denn das käme deutlich billiger und Geiz ist ja bekanntlich geil.
    na wie auch immer 🙂

  3. Es ist bekannt dass Rauchen, Alkoholkonsum, Autofahren, Fastfood, Flugreisen, sinnfreie Arbeit etc. der Guesundheitsbilanz negativ zu Buche schlagen. Nun, konsequenterweise müßte man all diese Tätigkeiten drastisch einschränken um so wirklich schön gesund alt zu werden…, wäre da nicht der Wirtschaftsfaktor.

    Ich glaub einfach nicht dran, dass der Politik wirklich sehr viel an der „Rettung der Menschen“ gelegen ist (Im Bruttonationalprodukt stehen Folgekosten von Schäden als Aktiva).

    Ich will mein Leben in einer von mir gewählten Form leben, und zu dieser Freiheit gehört auch der Entschluss, pfeiferauchend meine Lebensqualität zu maximieren (No na gehe ich diesem Vergnügen nicht unbedingt in geschlossenen Räumen gegen den Willen Mitanwesender nach oder blas den Rauch irgendwem ins Gesicht.).

    Es kramperlt allerdings, seit relativ kurzer Zeit als Volksschädling betrachtet zu werden, mitunter von Leuten die nichts dabei finden eine leere Kunststoffflasche durchs Autofenster zu entsorgen oder die Aluhülle ihres Energieriegels beim Joggen am Wegrand zu verlieren (über Hundescheisse in der Stadt sag ich jetzt gar nichts, die atmen wir als Feinstaub brav ein).
    Mit wechselnden Moden an Feindbildern müssen wir leben, läßt es sich dabei doch so schön empören, und das in unverfänglicher Weise.

    In einem sehr guten Film namens „Das Narrenschiff“ sagte der Kaufmann Löwenthal (Rühmann) auf die Aussage, die Juden wären an Allem schuld, „…und die Radfahrer“. „Warum die Radfahrer?“, „Warum die Juden?“ (Der Film spielt VOR dem Holocaust!).
    Mir geht´s da nicht um Vergleiche der Auswirkungen, das wär absurd, weil gänzlich andere Dimensionen, aber die Übernahme von Moden an Feindbildern, wenn auch nur maximal im Promillbereich ähnlich, das wär´s, weil es ablenkt.

  4. Man könnte auch das Motoradfahren verbieten – ist ja ein potentielles Unfallrisiko. Oder das Skifahren. Oder fette Pommes. Oder Pestizide in Trinkwasser. Oder stundenlanges Fernsehen. Oder ORF-Gebühren.




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