Rom

Nach einem Kurzbesuch in Rom stelle ich für meine Person folgendes fest:
1) Rom ist wunderschön. Spazieren zu gehen und an jedem Hauseck auf eine wunderbare Aussicht zu stoßen, erzeugt ein Wohlgefühl.
2) Spaghetti carbonara schmecken besser als irgendwo anders.
3) Die Kellner haben einen unheimlichen Schmäh drauf. In manchen Lokalen hat man den Eindruck, sie proben für den nächsten Kabarettisten-Jam.
4) Die Highlights sind wirkliche Highlights.

5) Einer jungen Dame am Nebentisch wurde die Geldbörse gestohlen. Ich hatte sie noch gewarnt, aber es war schon zu spät. Zwei kleine Kinder mit dem Stadtkartentrick. Mir tat sie leid, aber sie war auch ziemlich naiv. Sie hätte glatt auch noch ihr Handy liegen gelassen, als sie versuchte die Verfolgung aufzunehmen. Es war sicher hoffnungslos. Ich habe sie danach nicht mehr gesehen.
6) Die U-Bahn Richtung Battistini an der Station Roma Termini hätte jeder U-Bahn in Tokyo Konkurrenz machen können. Der Zug war komplett überfüllt und hielt sich dann aber noch 5 Minuten in der Station auf, obwohl nachweislich niemand mehr hinein gepasst hätte.
7) Als ich bei Rosati saß, kammen ums Eck die Mofas herein geturnt. Es gab offensichtlich auch eine Sight-Seeing-Tour auf Mofas von Bici e Baci. Die Touristen sahen nicht so insektenhaft aus, wie die üblichen Italienerinnen mit einer ganz eigenartigen Helmform. Leicht utopisch, wie einem Insektenschwarm entkommen.
8) Am Fontana di Trevi wurde irgendein Commercial gedreht. Die begleitende Mannschaft hatte ungefähr fünf Ordner – wie soll ich sie sonst nennen – aufzuweisen. Alle im schwarzen Anzug mit blütenweißem Hemd und dunkler Sonnenbrille. Der Oberordner war größer als zwei Meter, wirkte nicht unsympathisch, hätte aber mit seinen Tätaowierungen, vor allem am Hals, jederzeit einen Bösewicht in einem James-Bond-Film geben können. Die Brillianten in seinem Ohr waren mehr als ein Karat.
9) Trastevere am Abend hat mich an Grinzing erinnert. Wenn mich das Reisebüro nicht vermittelt hätte.
10) Der geplante Vatikantermin fiel aus. Ich bekam das Geld zurück, vermutlich war die Angelobung der Schweizergarde der Grund, warum nicht alle Termine bestätigt wurden. Ich konnte das verkraften.
11) Der Flughafen Leonardo-da-Vinci ist nichts für Fussmarode. Die Preise in den Duty-Free-Shops sind nichts für Geldmarode. Nicht, dass ich etwas kaufen hätte mögen.
Resümee: ich habe noch nicht alle Großstädte dieser Welt gesehen, doch Rom würde ich in Punkto Schönheit vor allen mir bekannten reihen, auch vor Wien, Paris, Prag und Budapest.
Leben würde ich dort nicht wollen. Ich käme mit der italienischen Mentalität nicht klar. Das letzte Mal war ich vor 45 Jahren dort, damals sah ich auch den Vatikan von innen.
Ob ich noch 107 Jahre alt werde, um ein weiters Mal nach Rom zu fahren, bezweifle ich.
Aber eigentlich habe ich es meiner Frau versprochen, mit ihr hin zu fahren. Also wird es vielleicht doch ein kürzeres Interval sein.
P.S. Mir ist diesmal nichts gestohlen worden, aber ich ärgere mich, wenn ich selbst nur mehr aus Misstrauen bestehe.


  1. In Rom… … ist mir auch mal das Portmonee gestohlen worden – lustigerweise direkt vor dem italienischen Finanzministerium. Ich war 17 und natürlich selber schuld. Ich trug ein leicht zu öffnendes Umhängetäschchen am Rücken und turtelte mit meinem ersten Freund. So lernt man schnell.




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