Selbstanklage

Ich gebe es zu: ich bin ein Snob. Ein Bildungssnob. Wenn mir jemand erzählt, dass er Wagner nicht mag, ist das für mich vollkommen in Ordnung. Man kann Wagner ablehnen. Wie auch andere Komponisten. Wenn aber jemand vom „Ring der Nibelungen“ spricht, dann spricht bei mir der Ablehnungsdetektor an. Oha, da ist einer, der so tun will, als wüsste er was. Natürlich wissen meine Leser, dass es „Der Ring des Nibelungen heißen“ muss.
Die Unterscheidung ist deswegen notwendig, weil es ja ausschließlich eine Person ist, die den Ring legitim besitzen durfte. Das war Alberich, welcher dafür der Liebe abgeschworen hatte. Als man ihn austrickste, verfluchte er den Ring und alle, die ihn einmal besitzen würden.
Irgendwie hat der Fluch ziemliche Auswirkungen gehabt. Am Schluss sind alle hin, zuerst die Riesen, dann die zwei wesentlichen Nibelungen und am Schluss die Götter.
Aber der Ring gehörte einer Person, nicht dem Geschlecht der Nibelungen.
Es gab ein lustiges Ereignis dazu. Als wir im Shuttle-Bus zum Festspielhaus (eigentlich zum Passionsspielhaus) fuhren, wünschte uns der Fahrer viel Vergnügen mit dem Ring der Nibelungen. Halblaut murmelte ich, es sollte Ring des Nibelungen heißen. Eine Frau drehte sich um und bemerkte begeistert. Genau, „des Nibelungen“. Aber woher sollte der Fahrer das wissen?
Meine LeserInnen wissen es spätestens jetzt.


  1. Danke Da habe ich wieder etwas gelernt. „Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.“ Ganz im Sinne des Highlanders: es kann nur einen geben!

  2. „Duisburg. Vor ausverkauftem Haus brachte Jutta Wübbe alias Marlene Jaschke am Sonntag in der Rheinhausenhalle Wagners 16-stündiges Opernepos „Der Ring der Nibelungen“ gekonnt auf den Punkt. Von Sonja Browatzki“
    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/kurzfassung-von-wagners-ring-der-nibelungen-aid-1.2535744

    Zugegeben, ich hab extra nach „…der Nibelungen“ gesucht, geschätzte 95% wählen ja eh die richtige Schreibweise.

  3. mac38

    de gustibus non est disputandum (für mich fällt soetwas unter „nutzloses wissen“.)
    dafür hätte mich der freundliche busfahrer gerührt.




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