sentimental

Im Zuge meiner nächtlichen Arbeiten verwende ich die Pausen, um mir ein bisschen Musik nach meinem Geschmack zu besorgen.
Über den Umweg „nothing compares to you“ komme ich zu den All Angels, die mir ja eigentlich nicht gefallen dürften. Süßliches Crossover würde ich unken. Aber sie gefallen mir halt doch. Und dann komme ich zu diesem Song.
Im Video sieht man zu Beginn die Noten und ich werde schlagartig an eine schöne Zeit erinnert. Die Älteste war in die Schule gekommen und dort wurden die Erwachsenen sehr stark integriert. So formte sich ein Trio, bestehend aus Klarinette, Schlagzeug und Klavier. Beim Faschingsball waren wir die Band. Ein bisschen Dixie, ein bisschen Pop und auch dieser Song, der mir sehr gut gefiel.
Ein bisschen war es damals ein Leben wie in einer amerikanischen Vorstadt. Der Kontrast war besonders stark, weil ich die Dienstreisen ja hauptsächlich in die Sovjetunion absolvierte. Das Schulleben, die soziale Einbindung, das eigentlich viel zu schwache Mitleben mit der Entwicklung meiner Kinder, das dann aber doch sehr intensiv gewesen sein muss. Zu Beginn dieser Zeit arbeitete ich im 17. Bezirk und führte die Tochter jeden Morgen mit dem Auto über die Bezirksgrenze. Ich genoss diese Fahrten. Heute kann man nicht mehr dieselbe Strecke fahren. Das Durchfahren ist verboten.
Auch wenn es hieß, dass ich früh aufstehen musste, habe ich noch das Gefühl der guten Laune in mir, wenn ich meine Tochter abgeliefert hatte. *)


* Die Strecke verlief von der Hohen Warte im 19. Bezirk zum Schloss Pötzleinsdorf im 18. Bezirk, wo sich die neu gegründete Waldorfschule befand, und danach ging es über Dornbach nach Hernals, dem 17. Bezirk. Die letzte Bezirksüberquerung fand schon quasi im Wienerwald statt. Manchmal stellte ich mich auf den Parkplatz und hörte ein bisschen den Vögeln zu.
Nachtrag: meine Lieblingseinspielung auf youtube ist allerdings diese:
http://www.youtube.com/watch?v=KOZhmsp6iBQ
Die sollte man sich unbedingt anhören, der Song ist an sich ja alles andere als süßlich. Immerhin ist die Frau wütend und weiß, dass sie momentan nichts ausrichten kann. Das Timing halt.


  1. Leider hab ich die Einspielung von Jacques Brel auf youtube nicht gefunden.

  2. Sehr schön. Ich verbinde den Song eher mit Barbra Streisand, wobei ich leider keine wirklich gute Aufnahme im Netz fand (aber selbst diese hier geht mir durch und durch – großes Kino).

  3. das ist wirklich ein wunderbares lied
    ich hab es auch zuallererst auf einer cd von barbra streisand gehört
    irgendwann auch einen film gesehen (kann mich aber kaum dran erinnern)

    einfach schöne erinnerungen
    thx für den gedanken




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