Sieben

In der Anthroposophie ist das Menschenleben in Abschnitten zu je 7 Jahren geteilt. Danach würden sich meine Einstellungen und Lebensgewohnheiten erst in eineinviertel Jahren ändern. Anscheinend hat etwas meinen Ablauf beschleunigt.
Ich kann es kaum mehr über mich bringen Nachrichten zu hören oder lesen. Auch bei den Blogs interessieren mich nur mehr ganz wenige, die meisten davon mit humorvollem Charakter. Die Lust zum Kommentieren ist verflogen und meine Mitleidsbereitschaft ist auf null. Mittlerweile spende ich zwar gerne, allerdings dorthin, wo ich die Menschen gar nicht kenne. Ärzte ohne Grenzen oder CARE. Manchmal gebe ich den Augustin-Leuten etwas, aber das kommt immer seltener vor.
Ich lese, wenn Leute jammern oder philosophieren und denke mir nur: jeder hat sein Schicksal in der Hand. Wenn er so weit ist, dass er jammern und schreiben kann, kann er auch etwas Produktives tun. In seiner Freizeit, nicht als Beruf.
So ist das. Es dreht meine bisherige Lebenseinstellung ziemlich um. Ich bin nicht unbedingt zum Misanthropen geworden, doch mein Verantwortungskreis beschränkt sich mehr und mehr auf Familie. Die anderen gehen mich nichts mehr an. So scheint es zumindest momentan.
Da gibt es auch nichts zu bejammern. Wenn ich jammern würde, wäre ich der erste, den ich nicht aushalten könnte:)


  1. Sunnilein

    Die 7… scheint bei den betroffenen Jahrgängen nicht ganz exakt zu arbeiten. Seit ca. einem Jahr kann ich nur mit großer Überwindung Nachrichten sehen, meist verlasse ich den Raum, um meinen Mann nicht zu stören. Auch die anderen Punkte treffen exakt zu. Und jammern? Nein. Nein!
    P.S. Wir scheinen fast das gleiche Geburtsjahr zu haben, fast.

  2. Die Sieben ist da sicher unschuldig, obschon, irgendwann in irgendeinem Siebenerzyklus hat man einfach genug.
    (Hab ich grad nachgerechnet, es tät passen, du hast noch)
    Blabla, mit Tiefe versehen, mitteilsam, kommentarheischend, quasi fundamental, ein Lüfterl.
    Andererseits, es ist Podium, winzig und doch.
    Warum nicht?

  3. Herr Steppenhund, Sie… unterschätzen einfach die heilende Wirkung, die das Jammern für manche Menschen hat. Neulich hat mich ein BBC-Kunstkritiker in dieser Hinsicht trefflich belehrt. Es war in einem Dokumentarfilm über die französischen Impressionisten und ihr Schaffen in Südfrankreich. Der Mann zitierte aus Briefen von Claude Monet, in denen dieser über die schwierigen Lichtverhältnisse und viele andere Unannehmlichkeiten klagte, die ihn im Süden am Schaffen hinderte. „Wie kann man nur so jammern in so einer wunderschönen Weltgegend?“ frage der Kunstkritiker und gab die Antwort gleich selber: „Monet was a complainer.“ Auf gut Schweizerdeutsch: Er war ein Jammeri. „And through complaining, he comes to his solutions.“

    Wundert es Sie, dass ich mir dieses Zitat aufgeschrieben habe?

    Übrigens habe ich Sie nicht wegen Ihrer Fähigkeit mitzufühlen schätzen gelernt – sondern eher wegen Ihrem Drang, zu Themen Ihre Marke zu setzen (your expansiveness, wie der Brite sagen würde) und Ihrer fehlenden Scheu vor kontroversen Diskussionen. Daher bin ich zuversichtlich, dass ich Sie bei mir weiterhin ab und zu als Kommentator begrüssen darf 😉

  4. 7 soeben einer Illusion beraubt:ich dachte,dass ich jetzt versuche mein Leben in den griff zu bekommen liegt daran,dass ich Verantwortung übernehme.dabei bin ich am ende eines 7er Zyklus 🙂




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