Weihnachten

Gestern die erste Bescherung: die Kinder aus Graz kamen am Abend und wir haben gemütlich zu Abend gegessen.
Heute in der Früh fahre ich noch mit meiner Tochter in die SCS, obwohl nur mehr Kleinigkeiten zu besorgen sind. Es ist eine Freude, ihr zuzusehen, wie sie Geschenke für die Enkelkinder einpackt.
Ich fühle mich wohl, gar nicht hektisch und nehme diese kleine Wartezeit bis wir aufbrechen wahr, um meinen Lesern hier, manche sind zu Freunden geworden, ein schönes Fest zu wünschen.
Über das beschauliche Weihnachtsfest habe ich ja schon geschrieben.

Zusätzlich wünsche ich euch, dass ihr mit euren Verwandten auf ruhigem versöhnlichen Fuss steht, wenigstens jetzt.
Also ich wünsche euch ein Weihnachten ohne Nervosität und Streit.
Ich wünsche dies den Katholiken, wie den Protestanten, wie den Juden, wie den Muslims unter euch. (Kenne allerdings keine Muslime, wenn man von einigen Taxifahrern absieht.)
Ich wünsche es auch all jenen, die sich zum Atheismus bekennen, aber die Zeit des Feierns konsumieren können.

Für mich stellt Weihnachten die Bekräftigung eines Jahresrhythmus dar. Ähnlich, wie man in den Jahreszeiten leben sollte, sollte man auch die Jahre segmentieren. Das könnte der eigene Geburtstag sein, aber es könnte auch ein Datum sein, an dem alle einen Geburtstag feiern, den fremden oder den eigenen.
Wie ihr euch denken könnt, rede ich nicht dem Konsum das Wort.
Es ist heuer noch nicht die Zeit, wo wir jemanden einladen, der alleine ist. Das kommt vielleicht noch in späteren Jahren.
Die Idee ist vorhanden. Wenn ich alleine wäre, würde ich in ein Cafè-Haus gehen, in dem ich Schach- oder Bridgepartner vorfinde. Ich brächte nicht die Kraft auf, um in ein Hospiz oder in ein Spital zu gehen, um dort einsame Menschen zu betreuen.
An ein Prinzip glaube ich allerdings – ungeachtet jedes Glaubens. Wir Menschen sind nur etwas in Beziehung zu anderen Menschen. Und zwar dann, wenn wir die Beziehung aufbauen können, ohne dem andern eins über den Schädel zu hauen.

Nein, da geht es mir auch nicht um den Weltfrieden. Frieden mit denen neben mir. Das reicht mir schon.

Also allen ein gesegnetes Fest!


  1. ich glaub ja, dass es vernünftiger ist, sich das ganze jahr über um die sozial ausgegrenzten zu kümmern, die alleine sind und nicht ausgerechnet zu weihnachten. ehrlich: was sollten die bei jemandem, der ihnen fremd ist, zu dem sie keinerlei beziehung haben, der das vielleicht nur tut, um sein eigenes schlechtes gewissen zu beruhigen.
    mein vater hatte früher auch mal so anwandlungen, dass wir zu weihnachten ein kind aus einem heim holen, das bei uns weihnachten und neujahr verbringt. da wurde uns gesagt, dass weihnachten auch in den heimen der schönste tag des jahres und etwas besonderes sein soll, und dass es schade wäre, wenn gerade da die kinder und jugendlichen nicht da wären.

    ich hab das glück, dass ich mit all meinen verwandten eine mehr oder weniger innige, aber auch nicht sehr belastete beziehung habe. und ich wünsche mir eigentlich kein weihnachtsfest ohne streit und disharmonie, weil ich das gefühl hab, dass genau diese erwartung, dass an diesem einen abend alles friedefreudeierkuchenduftend ist, die leute verrückt macht. was für ein stress, heute nicht streiten zu dürfen. was für ein scheiß gefühl des versagens, wenn man dann doch streitet, motzt, kritisiert.
    bei uns zu hause geht es ja das ganze jahr über nicht nur leise zu, da wird schon mal gepoltert und gekeift, ohne dass etwas passiert, ohne dass man einander wirklich böse ist. das soll auch heute möglich sein.
    zu weihnachten und im urlaub gibt es die meisten beziehungskrisen. ich glaub, weil da die erwartungen am höchsten sind. ganzes jahr arrangiert man sich, teilt den alltag, das leben, das essen, und zu solchen zeiten hat man plötzlich den anspruch, dass das leben hollywood ist statt simmering. das kann nicht gut gehen.

    prost.

  2. (Nächsten)Liebe… ist irgendwie teilweise unmodern oder verloren gegangen, habe ich den Eindruck. Jedoch bin ich in der glücklichen Lage diese in meinem Beruf und auch privat zu bekommen und vor allem auch weiter zugeben.

    Es fällt mir (meist) nicht besonders schwer, als Philantropin 😉

    Wünsche(n) Dir und Deiner Familie wunderschöne und warmherzige Tage. Vielleicht besuchst Du uns einmal; es gäbe da ein paar Bücher und Cognac. Umarmung!

  3. Nachtrag… Weihnachten für Alle.
    Mittlerweile gibt es den Betrieb, wo ich arbeite, schon 7 Jahre. Gegen Ende eines jeden Jahres müssen wir bangen, ob wir weiterhin bestehen können. Heuer war es wieder verdammt knapp, und das zur Verfügung stehende Budget reichte nicht. Erfreulicherweise, geht es doch weiter!

    Die Menschen, die bei uns arbeiten, dürfen lediglich allerhöchstens 8 Monate bei uns sein. Eine überschaubare Zeit, in der enorm viel geschehen sollte. Privates, Gesundheitliches, Finanzielles und vor allem Berufliches sollte geregelt werden. Es sind Leute aller Altersklassen und sozialer Herkunft. Die Gründe, weshalb jemand länger als ein Jahr keinen Job gefunden hat, sind vielfältig. Diesen Status nennt man LZBL (langzeitbeschäftigungslos) und ist Voraussetzung, bei uns tätig zu sein. Das nur zur kurzen Erklärung.

    Besonders wichtig, erscheint uns Integration auf jeder Ebene. Deshalb gab es auch heuer wieder eine gemeinsame Weihnachtsfeier. Einer der Mitarbeiter, bot seine Kochkünste an. Er verwöhnte uns mit einem übergroßen Topf Rindsgulasch und Semmelknödel. Weiters kredenzte er Fisch in Folie vom Grill. Dieser wurde extra draußen vor dem Werkstatttor angeheizt. Im Aufenthaltsraum wurden die Tische festlich mit ganz bescheidenen Mitteln gedeckt. Bei den Vorbereitungen merkte man schon die Vorfreude. Der Großteil der Mannschaft beteiligte sich daran. Das war schön zu beobachten.

    Jedoch der berührenste Moment, war dann das gemeinsame Essen. Es speisten insgesamt an die 50 Personen an einer gemeinsamen Tafel. Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen und Ländern. Auch die, die zuvor schon meinten: „Wir feiern nicht Weihnachten!“, kamen und genossen das hervorragende Essen und vor allem das warme Gefühl einer Gemeinschaft.
    Für mich war es ein Moment der innersten Zufriedenheit, als ich diese unterschiedlichsten Augen sah. Die Stille und das friedliche Wohlbehagen von Türken, Tschetschenen, Serben, Wienern, Steirern, Junkies, Vorbestrafte, Kranke, Gesunde, Alte, Junge, Männern und Frauen ist eines meiner schönsten Weihnachtsgeschenke.
    Man kann es nicht kaufen, aber man kann es schenken.

    Nundenn…

    Friedliche integrative Weihnachten!

  4. Fröhliche Weihnachtstage, lieber Steppenhund!

  5. Das sind sehr gute Wünsche – vielen Dank! Und gern noch einmal und immer wieder: Ein schönes Fest für die ganze Familie, lieber Steppenhund!

  6. ein fröhliches festchen wünsche ich dir & euch von herzen, lieber stepp 🙂




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