Weihnachtsfreude

Um zehn klingelte das Telefon. Ganz ernst kam Frau Columbo zu mir. Ein Enkel hatte gestern hoch gefiebert, es schien so, als könnten er und seine Mutter nicht an der heutigen Bescherung teilnehmen.
Wo er sich doch so gefreut hatte.
Die Schwägerin sah kein Problem wegen Ansteckungsgefahr. Die übliche Grippe hatten ihre drei schon absolviert. Um 12 kam dann die Aussage, es kommen doch alle. Temperatur nur mehr bei 37 Grad. Und er hat sich ja so gefreut.

Das Mittagessen verlief unheimlich stressfrei und wie am Schnürchen. Vorher waren sowohl Frau Columbo wie auch ich etwas übernachtig, aber wir ließen keine schlechte Stimmung aufkommen. Ich sowieso nicht und ich konnte meine Gelassenheit dann auch weiter vermitteln. Die Gans, die Kartoffelknödel, das Gemüse wurde alles zeitgerecht fertig. Unseren Mittagstisch kennt man ja schon.
Doch als Abschlussfoto gibt es schon zumindest die fertige Gans:)
Die Bescherung, die ausnahmsweise schon bei Tageslicht stattfand, war von einem ruhigen Gesang einbegleitet. Ein Schwiegersohn hatte die Texte und die Erwachsenen sangen ganz klar mit. Mir kam es vor, dass wir mehr sangen als sonst.
Stille Nacht gab es heute nicht, aber zum Abschluss „es wird scho glei dumpa“ (ein Liebling von mir) und die „Putzigagerlen“, zu der es eine kileine Familienanekdote aus meiner Kindheit gibt.
Das sieht dann ungefähr so aus:
Damit aber alle fünf aufscheinen, noch ein weiteres Bildchen:
Was sich die fünf ansehen konnten, würde ich bildmäßig als der Fenstergucker titulieren:
Dieses Weihnachten war irgendwie anders. Es ist schwer zu erklären, dass es einfach ruhiger war, obwohl genauso viel getan wurde wie sonst.
Obwohl ich selbst auch sehr liebevolle Geschenke bekam, war für mich das größte Geschenk, dass es allen geschmeckt hat – scheinbar über die Erwartungshaltungen hinaus. Es war auch genug da, und manche nahmen sich noch einmal nach, die das sonst nie tun würden;)

Aber ich bin sehr müde. Ich habe schon ein Stündchen geschlafen. Aber ich bin noch immer müde. Es ist ein bisschen die Müdigkeit einer Angst. Die Angst, dass schwerere Tage kommen werden. Die Traurigkeit eines Menschen, der sich nur mehr schwer vorstellen kann, dass wir nicht bald bezahlen werden müssen. Wir werden dafür bezahlen, dass wir das Gut des Friedens nicht mehr so hoch bewerten, wie es das in den Sechzigerjahren der Fall war.


  1. das gansl schaut aber wirklich ganz allerfeinst aus. bravo…

  2. Was für ein schöner, besinnlicher Christtag; Herr Steppenhund und an die Purzigagelen habe ich heut auch gedacht, auch eines meiner Lieblingsweihnachtslieder…

  3. Das klingt nach einem ganz wunderbar entspannten Festtag – schön, daß doch noch alle zusammengekommen sind.

    Deine Sorge am Ende verstehe ich wohl, aber ich habe noch einen winzigen Funken Hoffnung, daß die Menschheit irgendwann doch aufwacht, bevor es zu spät ist.

  4. so soll ein fest sein
    menschen die einander mögen, gutes essen und viele süsse kinder

    hoffe, dass alles gut für dich bleibt und du keine sorgen haben brauchst

    schöne tage

  5. dus

    in den 60ern habe ich noch nicht gelebt.
    auf das neue jahrzehnt!

  6. So lecker wie diese Gans auch aussieht. Bei mir verursacht sie leider meistens schreckliche Albträume. Wider aller Vernunft hoffe ich; dass Ihre traurigen Vorahnungen gäns-lich unberechtigt sind.

  7. die sind aber ursüß, die enkelkinder. und keine ähnlichkeit mit dem opa 😉

    das klingt nach einem wunderschönen weihnachtsfest, wie es sein soll.

  8. :-)…. jetzt, wo ich ihre küche und ihr wohnzimmer kennen lernen durfte, den klang des flügels noch im ohr habe…. wow…. kann ich mir vorstellen, wie herrlich ihr es gehabt haben müsst.




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