Wem geht es noch so?

Ich beschwere mich ja nicht über Arbeit. Manchmal suche ich sie sogar.
Aber es fällt mir auf, dass es mir immer leichter fällt zu prokrastinieren.
Wenn ich dann endlich anfange, etwas zu tun, habe ich Spass, bin neugierig, entdecke, wundere mich, was es alles zu entdecken gibt und frage mich zuletzt, warum ich nicht schon früher angefangen habe.
Aber da hat sich mittlerweile ein echtes Verhaltensmuster eingraviert. Es muss doch möglich sein, etwas zu tun, wenn man nicht unter Druck agiert.


  1. Mir geht’s nicht annähernd genau so!

  2. prokrastinieren… welch ein tolles Wort. Ich gebe zu, ich musste googeln. Aber es hat sich gelohnt, da tun sich ganz neue Möglichkeiten auf.

    Wenn mich mein Chef demnächst fragt, ob ich mit der Aufgabe fertig bin, dann werde ich sagen: „noch nicht ganz, ich musste noch etwas prokrastinieren“ So wie ich ihn kenne, fragt er sicher nicht weiter nach…. *gggg*

  3. Ich habe sie wohl erfunden…die Prokastination ;-). Als ich dieses Wort zum ersten Mal hörte…und das ist wohl ca. 2 Jahre her….wußte ich, dass dieses Wort mein Verhalten der letzten Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte charakterisiert. TTTTTTTTTTttttiefsoifz. Bereits in jungen Jahren hielten mich meine Lehrer für eine Saisonarbeiterin. Immerhin habe ich mein Abi, das Studium und auch meine Ausbildung gut geschafft. Aber dies ist eben nur ein Teilbereich und ich merke wie mit zunehmendem Alter die Trägheit immer mehr Raum einnimmt. Liegt es am Alter oder an den ständig wachsenenden Aufgaben, die scheinbar immer mehr zunehmen? Ja, wenn man sie dann erledigt, schwinden sie von Berg-Höhe zu einem Minihäuflein. Schon kurios. Es ist auch nicht so wie mit anderen Phänomenen: Problem erkannt, Problem gebannt. Nein…..sie nimmt immer mehr Raum ein diese Prokastination. Bei mir tritt sie meist auf, wenn die To-do-Liste Dinge enthält die ich entfremdet nennen würde, also meist die Bürokratie, oder eben als Schüler Dinge, die zu lernen mich nicht die Bohne interessierten. Bedauerlicherweise ist mein Sohn auch hochgradig mit diesem Prok. -Erreger infiziert, was mir große Sorgen bereitet. Fleiß und Sich Bemühen hat er in der Schule bisher nicht gelernt….und manchmal braucht man beides doch im Leben…..Es ist zu einfach für ihn……und dann wird man träge…..oh je…ich könnte noch stundenlang über dieses Thema schreiben…aber das schiebe ich nun auf ;-))))

  4. Ich musste auch googeln:-) Kennt jede/r, oder? Wenngleich ich sagen muss, man nimmt es ganz unterschiedlich wahr.
    Vor allem: Es gibt diese Zeiten, die man „Prokastinieren“ nennen kann oder „Aufschieberitis“ … vielleicht ist es nur die Katze vor dem Sprung.
    Die Chinesen nennen es WuWei, diese Zeit, in der gar nichts passiert, diese wichtige Zeit, in der in der Seele fast alles passiert.
    Bloß nicht neurotisch verurteilen, es kann auch der Anlauf vor dem Sprung sein.
    Ales Gute 2011 !!! (by the way)

  5. procrastination Ich weiß schon lange, dass ich gut drin bin. Nun entwickelt auch mein Sohn ähnliche Fähigkeiten (was mich nicht verwundert) – es fehlt ihm einfach an Herausforderung und Druck.
    Oh ja , es ist schon möglich, etwas (und durchaus Gutes) ohne unter Druck zu sein zu tun -aber es sieht einfach anders aus. Zb jemandem zuhören, vor dem Kamin sitzen, Hand halten, mit Freunden feiern, den Mond anschauen, das sich verändernde Licht betrachten.

  6. Ich empfinde das gar nicht als so schlimm. Ich weiß ganz genau, daß ich unter extremem Zeitdruck am Besten „funktioniere“, also wird alles „just in time“ erledigt, was auch wunderbar funktioniert, solange man sich nicht arg mit der Zeit verschätzt, die gewisse Dinge nun einmal dauern.
    Bereits zur Schulzeit war es so, daß ich z.B. bei einem für drei Stunden angesetzten Test erst einmal den Text bzw. die Aufgabe durchgelesen habe, dann erst einmal gemütlich Verpflegung (Coka und Süßigkeiten) kaufen und ausgiebig rauchen gegangen bin, um in den verbleibenden zwei Stunden dann meine üblichen 12-15 Punkte „rauszuhauen“ 😉 Der Kopf beschäftigt sich ja damit, auch wenn man etwas ganz anderes tut – man muß dann nur noch das Ergebnis der Gedankenarbeit niederschreiben.

    P.S.: Das klappt übrigens auch ganz vorzüglich beim Programmieren (es ist für Aussenstehende natürlich schwer einzusehen, daß ein Entwickler „arbeitet“, wenn er anscheinend gedankenverloren aus dem Fenster schaut…).

  7. Es ließe sich ja in der Prokrastination als bewusstes „Fertigstellung Hinauszögern, Etwas nicht zu Ende Bringen“ gleichwohl ein kreativer schöpferischer Akt erblicken – gewissermaßen der Ausdruck einer eigenständigen Kunstform. Schon Leonardo da Vinci wies in seinen Traktaten darauf hin, dass das »Non Finito« eine hohe künstlerische und intellektuelle Leistung bedeutet.

  8. „prokrastinieren“, welch ein gespreizter begriff!
    bei uns aufschieberitis genannt.
    ich find leute die das nicht ab und zu haben sind unsexy.

  9. Bei mir verhält es sich eher umgekehrt, nämlich so, dass ich jetzt viel weniger aufschiebe als früher. Ich war gewohnt, von meiner Umgebung, der ich zu schnell in meinen Gedanken und Entschlüssen war, eingebremst zu werden, und habe dieses Schema irgendwann übernommen. Seit ich mit ungefähr 40 Jahren so ziemlich jede Sparte meines Lebens (außer Tochter, ein paar echte Freundschaften und meinen damaligen Beruf) entmüllt habe, lebe ich mit jener Geschwindigkeit, in der ich mich wohlfühle (was aber nicht heißt, dass ich eine oder zwei Runden Müßiggang nicht genießen könnte, das allerdings nur, wenn keine wichtigen Aufgaben anstehen). Dinge, die zu erledigen sind, pflegen sich zu vermehren, wenn man versucht, sie aufzuschieben. Ich für meinen Teil bekomme von sowas nervöse Magenschmerzen, und das ist keine Floskel, sondern eine schmerzhaft spürbare Tatsache.

  10. Bitte was? Prokrastinieren? Das klingt wie … ein knuspriges Wiener Schnitzel backen. Ich glaub, sowas schmeckt auch mir 😉

  11. ja kommt mir auch bekannt vor
    bei manchen themen mehr bei andern weniger
    ;-))

    aja druck macht aus kohle einen diamanten ….

  12. herr steppenhund, wenn sie ein rezept gegen prokrastination mangels druck finden, lassen sie es mich bitte wissen, ich brauche es dringend.
    nebenher werfe ich das stichwirt „homo ludens“ in den raum, das klingt besser als prokrastination.




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