Aus 2041 / 3

„Würdest du etwas ändern wollen?“ Hartmut blickte auf die Waffe, die Peter auf ihn gerichtet hatte.
„Ich denke nicht. Ich glaube nicht, dass ich mit dem heutigen Wissen irgendetwas verändern würde. Warum auch? Alles ist besser, wie es jetzt ist. Und an die Geschichte mit dem freien Willen habe ich nie geglaubt. In einer gewissen Weise bin ich amüsiert. Dass du dabei so eine Rolle spielst, hätte ich mir nie vorstellen können. Ein Edelhenker!“
Peter erwiderte ruhig: „Ich muss dich nicht umbringen. Es liegt kein Auftrag vor. Und wenn kein Auftrag vorliegt, wäre es ein Fehler vorauseilenden Gehorsam zu zeigen. Vermutlich wirst du heute noch angesprochen werden. Ich habe keine Ahnung, was du machen sollst. Vielleichts sollst sogar du mich umbringen. Auf alle Fälle wäre es ein Fehler, sich gegen das System zu richten.“
„Warum sollte ich dich umbringen sollen? Was wäre der Nutzen davon?“ Hartmut stellte die Frage und wusste dabei schon, dass es um die Frage der Loyalität und Unterordnung ging.
Am Abend meldete sich der Bildschirm. Eine Person, die Hartmut noch nie zuvor gesehen hatte, erschien am Schirm. „Guten Abend! Sie wissen, warum ich Sie anrufe?“ – „Ich kann es derzeit nur vermuten.“ „Gut. Keine Sorge, Sie müssen niemanden unbringen. Auch nicht ihren Freund. Wir wollen nur, dass sie wieder arbeiten. So weit Sie das wollen.“
Es entstand eine Pause, die von Hartmuts Verblüffung herrührte. „Aber was soll ich arbeiten?“
Die Person sagte: „Wir brauchen ihre Fähigkeiten, um sie als irrationales Moment in unsere Berechnungen einbinden zu können. Sie wissen bereits mehr als die meisten Menschen und haben sich dieses Wissen selbst erarbeitet. Wir glauben, dass wir mit ihrer Hilfe schneller an bestimmte Lösungen herankommen können.“
„Und wozu verpflichte ich mich da?“ – „Also zur Beruhigung. Nichts was sie machen verschlechtert das Schicksal irgendwelcher Menschen. Dafür benötigen wir sie nicht. Wir brauchen ihren Instinkt bei der Auswahl verschiedener Forschungsprojekte.“
„Bleibe ich in meiner Wohnung?“
„Sie könnten bleiben, doch mit Ihrer Neugier wird das nicht vereinbar sein. Die Simulationen, die sie für Ihre Beurteilungen brauchen, können nur an einem bestimmten Ort durchgeführt werden. Das bedeutet, dass wir Sie zuerst in ein Krankenhaus bringen, in dem Ihr Körper auf Bestzustand gebracht wird. Dann werden Sie mit einem Raumfahrzeug in eine Station auf der Umlaufbahn um den Mond gebracht werden. Dort befindet sich unser Planetarium, dass auf Weltraumbedingungen angewiesen ist, um entsprechende Genauigkeit aufzuweisen. Gesundheitlich werden Sie nichts riskieren. Sie sind zu wertvoll um zu riskieren, dass Sie einen Auflug in den Raum nicht überstehen. – Sie werden von den Darstellungen im Planetarium so überrascht sein, dass Sie gar nicht mehr weg wollen. Doch nach zwei Wochen kommen Sie wieder auf die Erde zurück und können dort weiterarbeiten. Nach unseren Berechnungen ist das ein Angebot, dass Sie kaum ausschlagen können.“
„Und wenn ich nein sage?“ – „Kein Problem, es macht keinen Sinn, wenn wir Sie unter Druck setzen. Damit würden wir genau das in Ihnen auslöschen, was wir gerne haben wollen. Das einzige, was passieren wird, ist eine Wiederholung des Angebots in regelmäßigen Abständen.“
„Wie lange habe ich Bedenkzeit?“ – „Solange wie sie brauchen. Allerdings werden Sie niemanden haben, mit dem Sie die Frage besprechen können. Ihren Freund haben wir zu einem Auftrag abberufen. Er ist nicht mehr in seinem Haus. Und es ist wohl selbstverständlich, dass Sie niemanden anderen davon unterrichten werden.“
„Und meine Frau. Was weiß sie, was darf sie wissen?“ – „Sie sollte nichts wissen. Wir sorgen für einen entsprechenden Hintergrund. Und wenn Sie auf die Erde zurückkehren, wird Ihre Frau bei Ihnen wohnen können.“
„Ich darf vermutlich nicht fragen, wer ihre Organisation ist?“ – „Sie können fragen, doch Sie erwarten wohl keine Antwort. Ich kann Ihnen nur soviel verraten: wenn Sie einige Zeit mit uns arbeiten, werden Sie es erraten können.“
Hartmut benötigte keine Bedenkzeit. „Ok, ich bin bereit!“




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