Lehrer – Schüler

Ich habe es ja irgendwo erwähnt, dass ich extra nach Berlin gefahren bin, um einen Pianisten live zu erleben, bei dem ich einen Internet-Kurs über Beethoven gemacht habe. (Das Konzert war die Reise wert.)
Ob ich mich in Berlin angesteckt habe oder die Darmgrippe erst in Wien aufgerissen habe, (zusammen mit zwei Enkelkindern) ist belanglos. Momentan bin ich ziemlich kraftlos, verbringe maximal eine halbe Stunde am Computer und heute zum ersten Mal eine Stunde am Klavier.
Dass ich viel Zeit mit Klavier Üben verbringe, ist auch kein Geheimnis. Heute habe ich allerdings eine „Erfahrung“ gemacht, die sehr trivial klingt, aber vielleicht für andere Klavierspieler doch lehrreich sein kann.
Um mir über die Verwendung des rechten Pedals klar zu werden, habe ich einige Pianisten auf youtube abgefragt. Dabei bin ich auf zwei interessante Dinge gestoßen:
1) ich habe eine Aufnahme von Arthur Schnabel gefunden, der als großer Beethoven-Interpret galt oder immer noch gilt. In einigen Passagen kann ich Manierismen entdecken, wo anders spielt er super genau. Also vielleicht sind die Manierismen gar nicht solche. Aber definitiv stehen sie nicht in den Noten.
2) Ein kurzes Hineinhören in eine Master Class von Joao Pires hat folgendes ergeben. Sie spielte etwas und fragte den Schüler, (eigentlich schon ein Pianist) was der Unterschied zwischen ihrem und seinem Spiel wäre. Nach kurzem Nachdenken antwortete er, dass sie anscheinend viel mehr „Zeit“ hätte. Sie bestätigte das. Man solle sich alle Zeit nehmen, die man fühlt. Wenn man spielt, „gehört das Universum dem Spielenden“ (frei nacherzählt). Auf alle Fälle darf man sich nicht getrieben fühlen oder so agieren.
Den Punkt 2 kann ich so hinnehmen und beherzigen. Punkt. Er entspricht eigentlich meiner Überzeugung, allerdings werde ich beim Spielen von allen möglichen externen und internen Zwängen angetrieben. Die muss ich lernen zu beherrschen.
Interessanter noch ist Punkt 1.
Obwohl ich nicht vorhabe, Schnabel interpretationstechnisch zu kopieren, sind mir ein paar Dinge, darunter auch Lesefehler meiner Person, aufgefallen. Und bereits am Anfang macht er aus den „unscheinbaren“ Sechzehntel ein Thema, wo ich schon lang gerätselt habe, wie man das wirklich herausbringt. Und tatsächlich habe ich mich wie der erste Mensch angestellt, als ich versucht habe, das ebenso herauszubringen. Aber das kann ich üben.
Fazit: man kann auch beim „trocken lernen“ ganz schön viel von Lehrern aus der Distanz lernen. Die Anwendung wird dann umso schwieriger 🙂
Obwohl ich befürchte, dass dieser Link in Deutschland nicht abgefragt werden kann, stelle ich ihn einmal hier herein.
https://www.youtube.com/watch?v=j44BpY7GrIY
P.S. Hier geht es bei mir um das „Feilen“, wofür ich noch 8 Monate Zeit habe 🙂


  1. Sunnilein

    Gute Besserung, unschöne Sache mit Magen-Darm und man ist tagelang platt und lustlos.Alles Gute!
    P.S. Ich dachte schon in Berlin betraf es das Martha Argerich Konzert…




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