68 minus 6 = 8

Im Prinzip geht es ja um ein Pensionsprojekt. Seit drei Jahren arbeite ich an einem Projekt, dass sich damit beschäftigt, alle 32 Beethoven-Sonaten öffentlich aufzuführen.
Mit Ende des heurigen Jahres werde ich die Halbzeit erreicht haben.
Seit sechs Monaten habe ich eine Klavierlehrerin. Nach dem heutigen Konzert fühle ich mich mit meinen 68 Jahren wie ein Achtjähriger.
Es ist Zufall, dass ich sie getroffen habe. Aber sie hat mein musikalisches Verständnis verändert.Gestern gab es ein Konzert: Bach, Schubert, Beethoven. Der zugegeben kleine Saal war voll. Wenn die Freunde, die sich am Nachmittag des Konzertabends noch entschuldigt hatten, gekommen wären, hätte man zusätzliche Stühle organisieren müssen.

Ich kann noch nicht schlafen. Irgendetwas Merkwürdiges ist eingetreten. Ich war mit meiner Leistung zufrieden, das wurde auch durch die Rückmeldungen bestätigt. Das Konzert dauerte nur 60 Minuten – ohne Pause – und danach war ich erschöpft aber glücklich. Ich hatte das Gefühl, mein Verständnis der Musik weitergegeben zu haben. Es war dies nicht mein erstes Konzert, aber das Gefühl der Zufriedenheit habe ich zum ersten Mal erlebt. (Es ging ihm auch einige Arbeit voraus.)

Ich tröste mich ja manchmal mit dem Gedanken, dass ich „nur“ Amateur bin, daher entschuldige ich meine eigenen Fehler sehr gerne und ohne schlechtes Gewissen. Doch diesmal waren die Fehler vollkommen nebensächlich, es gab auch sehr wenige. Ich konnte die Musik auch so spielen, wie ich sie selber gerne hören würde, Was kann man mehr wollen?

Jetzt schaue ich mich großem Optimismus den künftigen Konzerten entgegen. Ich werde die Hammerklavier-Sonate auch noch bewältigen. Und nach allen Beethoven-Sonaten werde ich vielleicht auch noch die Liszt h-moll Sonate angehen können. Ich kann viel üben. Das Üben scheint sich jetzt bezahlt zu machen. Das Bach-Praludium in C-Dur aus dem 2. Band des Wohltemperierten Klaviers habe ich in zehn Tagen geschafft. Jede Nacht drei Stunden. Es lässt sich noch verbessern. Doch ich bin schon jetzt ziemlich zufrieden.

Jetzt habe ich bis zum 30. November noch drei Wochen Zeit, um opus 10/2, opus 26 und opus 31/2 zu „polieren“. Das wird sich ausgehen. Da bin ich ganz sicher. Und ich bin noch über etwas Anderes sicher. „Pensionsschock“ spielt es bei mir nicht.


  1. „Ich konnte die Musik auch so spielen, wie ich sie selber gerne hören würde, Was kann man mehr wollen?“
    Das ist toll! Da komme ich auch immer mehr hin! (Ich war ja mit meiner Spielerei so unzufrieden, während andere sich wundern, wieso ich Geigenunterricht nehme.)

    Herzliche Glückwünsche und weiter so!

  2. Ich war zwar mit meinem Spiel nicht so unzufrieden, aber ich dachte, Unterricht kann nicht schaden. (Freunde fragten mich, warum nimmst Du Unterricht?) Aber es hat mich so sehr verbessert, dass es nicht nur meine Frau sondern auch ich selber merke. Es geht um die geistige Einstellung beim Üben.
    Ich denke, dasselbe gilt für jedes Instrument und insbesonders auch für die Violine.




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