Eine Un-Planung

1. Die Reise nach Dornach
[12.8.2016 Text um einiges ergänzt]
[15.8.2016 Text um einiges ergänzt]
[22.8.2016 Text um 1.5 ergänzt]
Es fällt mir schwer, einen geeigneten Titel für den folgenden Text zu finden. Daher wähle ich einen Arbeitstitel, der neutral keinen Hinweis darauf gegen kann, welche Bedeutung diese Reise hatte.
Es war keine geplante Fahrt, obwohl es eine solche hätte sein können. Meine Frau war eingeladen worden und ich hatte kurzzeitig überlegt, ebenfalls zu fahren. Allerdings hatten mich die hohen Kosten abgeschreckt. Die Urlaubsplanung für das laufende Jahr hatte bereits stattgefunden und die meisten Ausgaben schlugen sich schon auf meinem Konto nieder.
Wie es sich aber ergab, schien mir die Reise vorbestimmt zu sein. Denn die gewonnenen Eindrücke ließen nicht nur meine Frau als sehr zufrieden und in bester Laune zurück. Auch ich wurde zu Gedanken angeregt, welche bis zu meinem fünfzehnten Lebensjahr zurückführten.
Wie können sechs Tage, oder vielleicht auch sieben, einen derart starken Eindruck hinterlassen? Dieser Frage möchte ich nachgehen und dies geschieht am besten, wenn ich meine Reiseerinnerungen mit den allgemeinen Lebenserinnerungen vermische. Die Letzteren betreffen meinen Vater und die Spaziergänge vom Kahlenberg bergab bis zu unserer Wohnung im 19, Bezirk oder manchmal bis zum Zwischenhalt beim Heurigen.
Es gibt drei Worte, die zusammengehörig erscheinen: Goethe, Faust und Anthroposophie. Hierbei möchte ich bemerken, dass ich weder Anthroposoph noch Christ im üblichen Sinne bin. Mein Schwager diagnostizierte bei mir ausgeprägten Agnostizismus und mit dieser Darstellung kann ich gut leben.
1.1 Faust vor 50 Jahren
Von meinem sechsten bis zu meinem 28. Lebensjahr habe ich in Wien Döbling, einem Nobelbezirk, gewohnt. Den besonderen Status dieses Bezirks habe ich erst viel später zur Kenntnis genommen. Für mich waren der Wertheimsteinpark zum Fußball spielen und der Wienerwald zum wöchentlichen Spaziergang am Sonntag wesentlich. Meine Eltern gingen mit uns Kindern, in späteren Jahren nur mit mir, weil meine Schwester schon außer Haus war, auf dem Kahlenberg spazieren. Wir fuhren mit dem Autobus hinauf und spazierten dann zwei bis drei Stunden gemütlich hinunter.
Das Verhältnis zu meinem Vater war ein ausgezeichnetes. Zuhause spielten wir Schach und Go, oder wir musizierten gemeinsam am Klavier. Ich kann mich heute nicht mehr so genau erinnern, ob mir das Klavierspiel immer Spass machte. Heute bin ich dankbar dafür, wie viel Musikliteratur ich dadurch kennen und lieben lernte.
Auf den Spaziergängen erzählte mein Vater alle möglichen Geschichten. Unter anderem gab er bereitwilligst Auskunft, wenn ich ihn nach Büchern fragte. Wir hatten einen Bücherschrank, sehr schlank gehalten aus Nussholz mit einer Glasfront. Drinnen waren die Bücher meines Vaters. Er war besonders stolz auf eine Dünndruckausgabe aller Goetheschriften. Manchmal sah ich, was er las und ich fragte immer, was es für Bücher seien. Als ich einmal krank war, las mir mein Vater ein Märchen vor. Es war nicht irgendein Märchen, sondern das von Goethe.
Offen gestanden verstand ich das Märchen nicht. Mir gefiel die Sprache, und mein Vater konnte gut vorlesen, doch bis heute wusste ich nicht, wie wichtig das Märchen für Steiner und die Anthroposophie war.
Ich glaube, dass mein Vater damals noch nicht mit Anthroposophie in Berührung gekommen war, aber ich kann das heute nicht mehr rekonstruieren.
Einige Jahre später, auf einem Wienerwaldspaziergang, erzählte mir auf meine Anfrage mein Vater den Inhalt von Faust I und er berichtete auch über das Ende im Faust II. Besonderen Wert legte er auf den Passus mit dem Konjunktiv, der Mephisto verführt hatte, zu früh zuzuschlagen. Ebenso erklärte mir mein Vater den Trick mit den Banknoten, den Mephisto dem Kaiser erklärte. Diese Erklärung erfolgte allerdings zu einer Zeit, als Nixon noch nicht die Golddeckung aufgehoben hatte. Später als ich wirtschaftlich etwas mehr wusste und die Bedeutung der Golddeckung bzw. der fehlenden Golddeckung verstand, war ich verblüfft, dass das Schema bereits bei Goethe vorgekommen war. Noch viel später im Jahr 2001 oder 2002 erkannte ich, dass das gleiche Geldbeschaffungsprinzip von der Firma Enron angewandt worden war. Damals verloren einige Amerikaner ungefähr ein Drittel ihrer Pensionsansprüche, die in Blue Chips von der Regierung angelegt worden waren. Ich verstehe heute noch nicht, wieso sich die Amerikaner dies, ohne zu murren, gefallen ließen.
Immerhin fand ich die Geschichte vom Faust faszinierend und wurde in der achten Mittelschulklasse darin bestätigt, weil unser Deutschprofessor offensichtlich auch von diesem Werk angetan war. Ich erinnere mich noch heute daran, wie dieser Professor einmal explodierte, als er einen Mitschüler entdeckte, der unter der Bank Mathematikhausaufgaben machte. „Was, bei den schönsten Versen der deutschen Literatur, macht dieser Idiot Mathematik.“ Nun, aus dem Idioten ist trotzdem etwas geworden, aber die Begeisterung unseres Professors riss uns mit. Ein ganzes Drittel unserer Maturaklasse ergriff später einen Beruf, der unmittelbar mit der Sprache zu tun hatte.
1.2 Der Menscheitsrepräsentant
Zu dieser Zeit, als ich in der Schule mit dem Faust konfrontiert war, hatte sich mein Vater bereits mit der Anthroposophie beschäftigt. Ich möchte hier betonen, dass mein Vater niemals den Versuch unternahm, andere Menschen dafür zu begeistern. Ganz im Gegenteil lernte ich von ihm ein Prinzip, welches ich auch heute bestätigen würde. Religion ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Aller diesbezüglichen Erkenntnisse muss sich der Einzelne selbst erarbeiten. Obwohl es Hilfestellungen geben kann, werden auf diese Weise alle dogmatischen Behauptungen jedweder Kirche ad absurdum geführt. Das bedeutet nicht, dass die Vertreter amtlicher Kirchen generell Idioten sind, die nur etwas nachplappern. Doch ein Glaube, der nur auf ein Gruppenverhalten zurückzuführen ist, kann schwer vernünftig sein. Ich habe später von einem Freund Canettis „Masse und Macht“ empfohlen bekommen und kann meine persönliche Meinung zurückblickend bestätigt sehen.
Letzten Endes hat mich das auch persönlich abgehalten, mich näher mit der Anthroposophie einzulassen. Ich sah sie als Sekte an, möglicherweise friedlicher als andere, doch genauso überzeugt von sich selbst, wie es auch andere sind.
Über dem Schreibtisch meines Vaters hing eine gerahmte Fotografie einer Holzplastik, welche der „Menschheitsrepräsentant“ genannt wird. Sie war nicht verbrannt, als das erste aus Holz gebaute Goetheanum in Flammen aufgegangen war. Diese Plastik, welche etwa 8 Meter hoch ist, war faszinierend. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass mein Vater, der offensichtlich damals schon in Dornach gewesen sein musste, mir Näheres über die Skulptur erklärte. Heute kann ich nachlesen, dass in dieser Darstellung nicht nur Christus vorkommt, sondern auch zwei Gestalten des „Teufels“, Ahriman und Lucifer.
Wenn ich heute darüber nachdenke, meine ich, dass – soweit ich die Erklärungen über Ahriman und Lucifer richtig verstehe – Ahriman gerade in der heutigen Zeit großen Einfluss über die Menschheit genommen hat. Ich will hier aber nicht meine eigenen philosophischen Meinungen zum Mittelpunkt machen. Es genügt, hier zu erwähnen, dass die Fotografie eine große Ausstrahlung hatte.
1.3 Praktische Erfahrungen mit der Anthroposophie
Während die religionsphilosophischen Inhalte der Anthroposophie von mir nicht besondere Beachtung fanden, konnten mir andere Aspekte schon recht gut gefallen. Dazu gehörte vor allem die Ausbildung in den Waldorfschulen. Ich selbst war in ein stinknormales Bundesrealgymnasium gegangen, welches einige Besonderheiten aufwies. Erstens war das Schulgebäude erst ab meiner dritten Mittelschulklasse verfügbar. Es entstand mit Hilfe großzügiger Spenden der Elternschaft und auf Betreiben eines extrem rührigen Direktors. Vorher waren die Klassen des Gymnasiums auf Schulen in der Nachbarschaft verteilt gewesen. Zweitens waren unsere Professoren in der Mehrzahl wirklich begeisterte Pädagogen, die in einigen Fächern die Begeisterung in uns Schülern wecken konnten.
Trotzdem war ich mit meiner Schule unzufrieden. Ich war unterfordert worden, was sich in meinen Betragensnoten durchaus niederschlug. Lauter Sehrgut, nur in Betragen Gut und einmal im Trimester sogar Befriedigend. Es gab damals keine Höchstbegabungsschulen. Popper kam erst später. Daher hatte ich trotz meines Auflandaufenthalts das Gefühl, dass ich mehr hätte lernen können. Als Anekdote kann ich hier Folgendes erwähnen. Zweimal bekam ich in Mathematik eine Strafaufgabe, von zwei verschiedenen Professoren. Beide Male war die Aufgabe die gleiche. Ich sollte alle Beispiele im Mathematikbuch rechnen. Die größte Enttäuschung war jeweils, dass die Professoren meine Strafe gar nicht ansahen oder würdigten. Ja, ich weiß schon, dass Du sie alle gerechnet hast. Hatte ich und ich hatte in der Regel nicht viel Zeit benötigt.
Ich hätte also in meiner Schulzeit viel mehr lernen können, ich war ja neugierig. Allerdings kann ich behaupten, dass meine Jugend eine sehr schöne war.
Als ich über das Ausbildungsschema der Waldorfschulen hörte, war ich verblüfft, dass man auch so unterrichten konnte. Ein paar Jahre später entdeckte ich einmal eine Studie, die die beruflichen Aussichten von Waldorfschülern untersucht hatte. Die statistischen Erhebungen zeigten keine signifikanten Unterschiede zu den Absolventen von staatlichen Schulen.
1.4 Konsequente Anwendungen
Der Titel dieses Kapitels ist eigentlich falsch. Konsequenz würde bedeuten, dass ich persönlich bestimmte Dinge aufgenommen habe und danach gehandelt habe. In Wirklichkeit war es ein Zusammentreffen von äußerst unzusammenhängenden Ereignissen, die sich plötzlich zu einem gemeinsamen Bild fügten.
Der ursprüngliche Auslöser war ein Heurigenbesuch mit meinen Freunden und Studienkollegen in Wien. Einen Heurigen muss man sich heute als ein reduziertes Gasthaus vorstellen, welches, wenn es ein wirklicher Heuriger ist, den Wein ausschenkt, den der Winzer selbst erzeugt hat. Der besagte Heurige war damals ein „in“-Lokal, zu dem man nicht einfach fahren konnte. Vom Parkplatz bis zum Lokal, bzw. zu den Bänken im Gastgarten war noch rund ein halber Kilometer zu Fuss zurückzulegen. An diesem Abend trafen wir einen angehenden Kapitän aus Bremen, der uns vom Anheuern als Leichtmatrose auf den Überseedampfern vorschwärmte. Er ermöglichte auch, seine Unterkunft am Westerdeich zu bewohnen, da wir uns tatsächlich vier Mann hoch dafür begeistern ließen, Ende Juni nach Bremen zu fahren und unser Glück zu versuchen.
Es war 1970 bzw. 1971 ein Jahr der Rezession. Wir hätten möglicherweise auf der Fähre Bremerhaven-London anheuern können, aber das war uns zu minder. Nachdem wir einen Monat lang jeden Morgen zum Überseehafen gepilgert waren, ging uns langsam das Geld aus und wir mussten uns um Arbeit umsehen. Ich muss mich heute noch für die freundliche Beratung der Dame am Arbeitsamt bedanken. Sie versorgte meinen Freund, der einen chilenischen Pass hatte, obwohl er seit Jahren in Österreich gewohnt hatte, mit einem Job, was nicht so einfach war. Und sie empfahl mir, die Arbeit anzunehmen, die mich ins Haus meiner späteren Schwiegereltern führte. Ich war ja nur bereit, Tagesjobs anzunehmen, da „vielleicht morgen schon mein Schiff gehen würde“. Ich renovierte das Zimmer meines späteren Schwagers, der gerade ausgezogen war. Anscheinend fiel meine Arbeit zum Gefallen aus und ich bekam weitere Arbeit in Aussicht gestellt, „sofern mein Schiffsfahrplan es zulassen sollte“. Nun, im Zuge dieser Ferien wurde das ganze Haus neu ausgemalt, die Fenster neu gestrichen und die Uhren repariert. Also eigentlich war es nur eine, nämlich die Pendeluhr im Esszimmer, aber ich war damals spezialisiert auf die Reparatur dieser Uhren. Dieselbe bestand nämlich ausschließlich aus dem Zerlegen der Uhr, dem Baden aller Einzelteile in Benzin und dem anschließenden Zusammenbau. Das hatte ich schon in Wien mit einigen Uhren durchgeführt, daher betrachtete ich mich als Spezialist.
Eine Woche vor der Geburtstagsfeier meiner späteren Schwiegermutter sah mich meine Frau zum ersten Mal. Sie sah mich, ich konnte sie nicht sehen, denn ich war gerade mit einem Brahms-Intermezzo am Klavier beschäftigt. Fünfundvierzig Jahre später, nach dem Besuch in Dornach hörten wir im Radio einen Ausschnitt aus dem „Deutschen Requiem“ von Brahms. Ich fragte meine Frau, ob wir auch verheiratet wären, wenn ich etwas anderes gespielt hätte. Angeblich hätte es auch etwas anderes sein können.
Nach dem Geburtstag, der eine Woche später gefeiert wurde, lud ich sie zu einem Rendezvous ein. Der Rest ist eine andere Geschichte, die zwar romantisch und nett einige Überraschungen ausweist, aber hier nicht zu diesem Text gehört.
Was allerdings eine Rolle für unsere Ehe spielte, war ein Aufklärungsgespräch, welches ich mit meinem Vater Jahre zuvor geführt hatte. Dieses verlief nicht ganz nach meinem Geschmack, denn eigentlich war ich an anderen, eher sexuellen Dingen interessiert, doch mein Vater dozierte, dass viel wichtiger für eine Beziehung die soziale und nicht die sexuelle Aufklärung wäre. Die Kompatibilität der Eltern und der durch die Eltern vermittelten Erziehung wäre für das Gelingen einer Ehe weitaus wichtiger. Es ist vorstellbar, dass mich das im Alter von 13 oder 14 Jahren nicht besonders begeistern konnte. Doch in Zusammenhang mit der Familie meiner Frau wirkte dieses Gespräch nach. Faust lesen mit verteilten Rollen, die Bibliothek im Haus, wo es in jedem Zimmer eine Bibliothek gab, die Geschichte der Eltern und der Großeltern meiner Frau, der kosmopolitische Einschlag meiner späteren Verwandten begeisterte mich und ließen meine Frau als tolle Partnerin erscheinen.
Jetzt kam dazu, dass meine Frau und ihre Geschwister alle in die Waldorfschule gegangen waren. Das erschien mir damals noch als gewissermassen geheimnisvoll und attraktiv zugleich. Die Familie meiner Frau faszinierte mich. Das waren alles Leben, die keinesfalls zufällig passierten. Hier schien alles nach Plänen und ideellen Begeisterungen zu passieren. Ich fühlte mich manchmal als Techniker nicht ganz erst genommen, die sozialen Berufe hatten hier eindeutig die Oberhand. In meiner eigenen Familie war zwar auch meine Schwester Ärztin, aber selbst von ihr fühlte ich mich als Techniker nicht für ganz ernst genommen.
Zehn Jahre später oder sogar etwas früher musste ich selbst Farbe bekennen. Der Plan, unsere Kinder in die Waldorf-Schule zu schicken, war gemeinsam abgesprochen. Meine Frau fand das als erstrebbares Ziel und für mich erschien es als die bessere Alternative zu dem Schulbetrieb, den ich selbst erlebt hatte. Daher musste bereits der Kindergarten entsprechend ausgewählt werden.
So ging das weiter mit unserem Sohn und der zweiten Tochter. Für die kleine Tochter schien zwar die Schule nicht so ideal, sie schied dann aus. Aber es wurde trotzdem (schmunzel) etwas Ordentliches aus ihr. Mein Sohn lernte seine Frau als Schulkollegin der älteren Schwester kennen. Die kam aus einem recht anthroposophischen Haushalt, beide Eltern unterrichteten in Steiner-Institutionen. Der Praxisbezug meiner Schwiegertochter begeistert mich aber stets aufs Neue.
Mittlerweile sind alle Enkelkinder entweder in derselben Waldorfschule wie ihre Eltern oder gerade noch im Kindergarten.
Manchmal unterhalte ich mich mit meinen Verwandten über anthroposophische Themen, doch es gibt keine Streitgespräche. Die Schule, in die meine Kinder gegangen sind, gilt als sehr „steinerisch“, doch richtig negative Erfahrungen mit etwaigen Fanatikern habe ich nicht erlebt.
1.5 Die ungeplante Reise
Ganz ungeplant war sie ja nicht. Im Gegenteil – für meine Frau hatten wir schon rechtzeitig günstige Spartickets für die Eisenbahn, sogar erste Klasse, gebucht und bezahlt. Es handelte sich um ein Geburtstagsgeschenk ihrer Schwester zum 70. Geburtstag meiner Frau. Leider konnte meine Schwägerin ja nicht zu meinem Geburtstagsfest kommen, obwohl sie sonst sehr viel herum reist und auch viele Freunde und Verwandte angetroffen hätte. Als ich von dem Geschenk erfuhr, überlegte ich, ob ich nicht meine Frau begleiten sollte. Aber ich dachte, dass es wohl eine gute Gelegenheit für die zwei Schwestern wäre, einmal unbeschwert nur unter sich zu plaudern.
Interessiert hätte mich die gesamte Faustaufführung (Erster und zweiter Teil ungekürzt) schon, allerdings war auch mein Urlaubsetat so ziemlich aufgebraucht und für die Saison 2016/2017 hatte ich zwei volle Konzertabonnements bereits bezahlt. Also gedachte ich, diesen Faustbesuch auf einen späteren Zeitpunkt in ein oder zwei Jahren aufzuschieben.
Alles war vorbereitet, meine Frau hatte gepackt und war Samstag abends voll gerüstet, um in der Früh die Schnellbahn zum Hauptbahnhof zu nehmen und dort in den Zug nach Zürich mit Anschluss nach Basel zu nehmen.
Eine halbe Stunde vor Mitternacht klingelte das Telefon. Ich hörte meine Frau telefonieren und dachte, dass es um den Treffpunkt in der Schweiz gehen würde. Doch nach einigen Minuten kam sie zu mir und berichtete entsetzt, dass ihre Schwester nicht aus den USA ausreisen dürfte. Bei der Ausreise muss der amerikanische Pass noch mindestens drei Monate gültig sein, und das ging sich um ein paar Tage nicht aus. Bevor die Karten in der Schweiz verfallen würden, sollte doch ich einspringen. Nach zwei Stunden würde die Schwester wieder anrufen, um Details zu klären. Diese Passregelung ist bei uns in der österreichischen Firma sogar bekannt, weil einige Leute längere Zeit in den USA gearbeitet haben. Das erfuhr ich aber erst später. Im Augenblick ärgerte mich die Sturheit der Amerikaner.
Allein würde meine Frau nicht in die Schweiz fahren, daraus machte sie kein Geheimnis. Nun hatte ich glücklicherweise gerade in dieser Woche keine Verpflichtungen oder Verabredungen. Eigentlich wäre ich ja gerne gefahren. Wir warteten auf den weiteren Anruf der Schwester und ich teilte mit, dass ich einspringen könnte. Es gab noch einige administrative Angelegenheiten zu klären. Im Anschluss an das Telefonat buchte ich sofort die Eisenbahnreisen. Für die Rückfahrt konnte ich sogar passende Platzkarten bekommen. Für die Hinfahrt ging sich das nicht mehr aus, weil der Zug ja bereits in sieben Stunden von Wien starten würde.
Also schnell den Rucksack gepackt, was für mich nach unzähligen Dienstreisen kein Problem darstellte. Kurz noch einmal drei Stunden geschlafen, gefrühstückt und auf den Weg zum Zug gemacht.
Im Zug ließ sich alles ganz gut an. Ich konnte neben meiner Frau sitzen und wenn man in Betracht zog, dass ich vor einem halben Tag noch nicht gewusst hatte, dass ich eine derartige Reise unternehmen würde, schien alles plangemäß zu verlaufen.
Es schien so. Der Railjet ist als schneller und sehr komfortabler Zug bekannt. Wir saßen in der ersten Klasse und bis Salzburg hatten wir Urlaubs- und Reisegefühl. Das änderte sich ein bisschen, als der Zug mehr als fünf Minuten im Bahnhof Salzburg verweilte. Die Ansage überraschte nicht: Die Deutschen erlauben keine Weiterfahrt, da es „Personenschaden“ auf der Strecke Salzburg-Rosenheim gäbe. Ich bemerkte zu meiner Frau: Wenn sie vernünftig sind, leiten sie gleich den Railjet über die innerösterreichische Strecke um. Tatsächlich dauerte es keine zwei Minuten und im Lautsprecher wurde genau diese Lösung angekündigt. Dies bedeutete zwar zwei Stunden Verspätung, aber abzuwarten, wann die deutsche Strecke wieder frei war, hätte eine sehr unbestimmte Verzögerung bedeutet. Kurz nach Innsbruck erfuhr ich vom Zugbegleiter, dass die Strecke wieder freigegeben worden war. Er schmunzelte, weil er mitgehört hatte, als ich die Lösung über Zell am See meiner Frau erzählt hatte. Insgesamt hatten wir also nur zwei statt drei Stunden verloren.
Das sollte sich aber noch ändern. Mittlerweile war es nach zwei Uhr geworden und auch meine Frau bekam langsam Hunger. Hunger ja, aber nichts zu essen. Mir wurde noch mein Essen serviert, doch danach war Schluss. Der Speisewagen hatte keinen Strom mehr. Keine warmen Gerichte mehr. Mit einem Frühstücksmüsli konnte meine Frau aber noch vorm Verhungern gerettet werden.
Doch es sollte ja Abhilfe kommen. In Feldkirch wurde die Lokomotive, welche die Niederspannungsversorgung in den Waggons bereitstellte, gewechselt. Das schien das Problem mit der Küche ja beheben zu können. Doch noch weiteren fünf Minuten kam der Zugbegleiter persönlich vorbei und vermeldete, in Buchs, also vielleicht fünfzehn Minuten von Feldkirch entfernt, wäre Endstation. Alle müssten aussteigen. Aber in weiteren fünf Minuten würde ein weiterer Zug kommen, der bis Zürich führe. Was war geschehen? Die Ersatzlok hatte nicht die notwendigen Sicherheitsanlagen installiert, die für den Betrieb auf den Schweizer Gleisen vorgeschrieben war. Also hieß es aussteigen.
Der Bahnhof Buchs ist nicht besonders groß, wenn sich da also alle Fahrgäste eines Zuges versammeln und nicht den Bahnhof verlassen, sieht es recht überfüllt aus.
Allerdings kam wirklich in fünf Minuten ein weiterer Zug an. Nicht irgendein Zug, sondern ein ziemlich langer Schnellzug, welcher als ersten Waggon einen Aussichtspanoramawagen der schweizerischen Eisenbahngesellschaft hatte. Wir steuerten diesen an und sagen, dass auch die erste Klasse bummvoll war. Unzählige Ferienreisende aus allen möglichen Ländern verursachten eine voll besetzte erste Klasse. Überall standen Gepäcksstücke auf dem Gang und zwischen den Sitzabteilen herum. Doch wir hatten Glück. Da wir nur zwei ganz kleine Koffer hatten, waren wir schnell und flexibel und konnten noch zwei Sitzplätze ergattern. Es wäre gar nicht so kritisch gewesen, denn viele Personen stiegen in der nächsten Station aus. Jetzt muss ich hier etwas Persönliches einfügen, dass mit unserer Schweizer Reise gar nichts zu tun hatte. Der Zug war nämlich der „Transalpin“, der einmal der Renommierzug der Österreichischen Bundesbahnen gewesen war.
Als ich ein Kind war, galt dieser Triebwagenschnellzug, der nur vier Waggons einschließlich des Triebfahrzeuges hatte, als das Höchste aller Eisenbahngefühle und konnte allenfalls noch von den TEE-Zügen übertroffen werden, von denen aber nur einer auf der Strecke Mailand – München in Innsbruck hielt. Der Zug war für mich (!) so wie für meine ganze Familie verboten. Denn mein Vater war hoher Beamter bei der Bundesbahn und wir fuhren mit einer Eisenbahnermäßigung, was als Regiefahrt bezeichnet wurde. Doch diese Ermäßigung galt nicht für den „blauen Blitz“ (Wien-Venedig), für den „roten Blitz“ (Wien-Berlin, bzw. Wien-Warschau) und genausowenig für den Transalpin, jene Verbindung zwischen Wien und Basel, die auf Händen getragen wurde. Bei diesem Zug, der ursprünglich mit Triebwagen der Reihe 4030 und später mit Triebwagen der Reihe 4010 ausgestattet war, galten besondere Vorkehrungen. Jede Verspätung wurde minutiös registriert und alles unternommen, dass er seinen Fahrplan einhalten konnte. Später, als ich selbst berufstätig war und auch eine Ermäßigung nicht mehr beanspruchen durfte, bin ich manchmal mit dem Transalpin gefahren, doch da wurde er nur mehr als Schnellzug geführt.
Jetzt aber, da wir Sitzplätze in dem Panoramawagen gefunden hatte, gab ich mich doch dem nostalgischen Gefühl hin, genau in diesem Zug zu sitzen, und daher war auch die Verspätung nicht mehr so wichtig. Auch meiner Frau gefiel die Fahrt, die Aussicht war wie zu erwarten ausgezeichnet und die Schweiz zeigte sich von einer freundlichen Seite.
Das weitere Umsteigen in Zürich und in Basel verlief ohne Komplikationen. Allerdings kamen wir ja wesentlich später als geplant in Dornach an. Daher hatte ich schon vor Zürich bei unserem Quartier angerufen und die Verspätung unserer Ankunft gemeldet. Das schien kein Problem zu verursachen. Wir würden abgeholt werden. Das Abholen hatte ich nicht als so notwendig empfunden. Auf der Landkarte schien das Quartier nur zehn Gehminuten vom Bahnhof entfernt zu sein. Das hätten wir mit unseren kleinen rollfähigen Koffern doch leicht geschafft. Mitnichten! Ein paar Tage später gingen wir zu Fuß zum Bahnhof und vermieden es, genauso wieder zu unserem Quartier zurückzukehren. Da schienen einhundertfünfzig Höhenmeter zu überwinden zu sein. Ich darf vorwegnehmen, dass wir am darauffolgenden Tag nicht einmal den Heimweg zu unserem Quartier um Dunkeln fanden. Dieses lag nämlich im Kanton Basel, während der Klingsor’sche Zaubergarten (um den Begriff bereits in diesem Kapitel einzuführen) im Kanton Solothurn liegt. Jeden der darauffolgenden Tage überquerten wir die Kanton-Grenze mindestens zwei Mal über eine kleine Fußgängerbrücke im Zuge eines nicht asphaltierten Gehwegs. Die Abholung ersparte uns das Herumirren, dass wir sicher auch bei der Ankunft erlebt hätten. Die Realität schaut doch manchmal anders aus als sie auf Google-Maps dargestellt wird. Selbst in der Satellitenansicht kann man den Weg nicht finden, weil er von den Bäumen genau dort überdeckt wird, wo er vom Hügelweg abzweigt. Der Ausdruck Hügelweg kann bereits als Hinweis auf Kommendes gelesen werden.
Wir waren aber angekommen. Aus einem unserer Fenster konnten wir die Kultstätte erblicken.
1.6 Klingsors Zaubergarten, Bayreuth oder Passionsspielhaus Erl
1.7 Eindrucksvolles Goetheanum
1.8 Faust I, das bekannte Drama
1.9 Vorbereitungen auf den Faust II
1.10 Eurythmie im Faust II
1.11 Ein neues Verständnis
1.12 Nachhaltigkeit einer Aufführung, der Nachhall
1.13 Danksagung

Eindrücke

Ich schreibe. Allerdings nicht an meinem Buch, sondern ich muss noch die Eindrücke meiner letzten Reise in die Schweiz verarbeiten. Es wird noch etwas dauern, bis ich hier etwas darüber poste.

Dumm gelaufen

Nun gibt es eine etwas freudlose Information. Nein, es geht nicht um den Brexit.
Es geht um diejenigen, die nicht zu meinem Konzert kommen konnten und sich darauf verlassen haben, dass ich es ins Netz stelle.
Heute habe ich das Video übernommen. Technisch ist es sehr gut, doch die Kamera ist gnadenlos. Ich entdecke spieltechnische Fehler, die ich zumindest vorläufig nicht ins Netz stellen werde.

Vielleicht sind meine Ansprüche zu hoch, aber wenn das so ist, dann ist es halt so. Einige Details werde ich hochladen.
Doch selbst beim Einführungstext habe ich mich zweimal versprochen und statt Chopin Schumann genannt. „Das geht nun gar nicht.“ würde man im Slang der heutigen Zeit sagen. Im Slang meiner Zeit sagt man gar nichts sondern zieht bescheiden den Schwanz ein.

Vielleicht kommen dann aber beim nächsten Konzert die, welche sich diesmal entschuldigt haben 🙂

12Fazit des heutigen Tages: es war ein wunderschöner Tag.
Es hat zwar mit einer kleinen Panne begonnen, weil ich noch um drei Uhr morgens einen Programmtext verfasst hatte, den ich dann nicht ausdrucken konnte, weil beide Drucker bei mir zu Hause nicht funktionierten.
Ich hatte aber sowieso angekündigt, dass ich begleitende Worte sprechen würde. Die waren dann für den ersten Teil zehn Minuten und für den zweiten Teil 5 Minuten. (Text im Kommentar) Die Einbegleitung wurde sehr gut aufgenommen und ebenfalls das Gespielte. Es hat mich natürlich besonders gefreut, dass der Schubert so gut angekommen ist. Während des ganzen Konzertes waren die Leute mucksmäuschenstill und konzentriert.
Die Rückmeldungen waren besonders erfreulich, weil sie nicht einfach „schön war’s“ waren.
Obwohl es ein privates „Event“ war, kamen doch 120 Verwandte und Freunde. Es wird auch einen Bericht in den lokalen Zeitschriften geben. Ist doch gar nicht so schlecht.
Das Wetter war nicht besonders, was sich beim Heurigen insofern auswirkte, als wir nicht im Garten sitzen konnte. Trotzdem war die allgemeine Laune großartig.
Es gab Spenden, die tatsächlich die Saalmiete abdecken. Mit ein bisschen PR kann ich solche Konzerte im Jahresrhythmus abhalten, wobei meine Intention ja in die Richtung geht, alle Beethoven-Sonaten aufzuführen.
Es gab einige sehr wohl begründete und verstehbare Absagen, sonst hätte ich wohl ein Zuhörerschaft von 150 Leuten gehabt. Das ist doch für „privat“ gar nicht so schlecht.

Also, LeserInnen, bleibt mir gewogen. Vielleicht habt ihr ja Gelegenheit, beim nächsten Konzert dabei zu sein. Ich werde es sicher ankündigen.

der innere Schweinehund

vor zwei Tagen habe ich mich wie ein Zehnjähriger gefühlt, der nach Ausreden sucht, um nicht in die Schule zu müssen.
Ich war nicht so weit mit meinem Üben gekommen, dass ich mich mit gutem Gewissen vor meinen Lehrer trauen wollte. Ich rief dann noch an, ob Pfingstmontag nicht ein Versehen in der Verabredung war. War es nicht und der Termin kam zustande.
Man könnte sagen, dass ich unter meinem Wert geschlagen wurde. Es war kein Problem, dass ich nicht auswendig spielen konnte. Aber streckenweise habe ich mich wie der erste Klavierspieler gefühlt. Fürchterliche Fehler und Versagen an Stellen, die gar nicht so schwer sind.
Wenigsten konnte ich unter Beweis stellen, dass ich schon geübt hatte. Die ganz schweren Stellen gingen vergleichsweise gut. Und ich bereue es nicht, dass die Stunde zustande gekommen ist. Am Ende der Stunde meinte er: „Heute haben wir sehr gut gearbeitet.“ Das stimmt: Ich hätte bereits nach zehn Minuten ihm das Geld für die Stunde in die Hand drücken können. Soviel Nützliches war bereits nach dieser kurzen Zeit gesagt worden. Es ist für den Laien zu technisch, aber es ging um eine schlechte Handdrehung, die es zu vermeiden gilt Und noch ein paar andere Details. Jedenfalls war es eine enorm lehrreiche Stunde.
Als wir zusammen im Aufzug hinunter fuhren, bekam ich mein Zuckerl: „Sie sind sehr musikalisch.“ Naja 🙂

Turandot

Eben habe ich die Zefirelli-Verfilmung einer Aufführung von Turandot in Verona gesehen. Nicht ganz bis zum Ende.

Ich mag Puccini.
Ich mag die Oper Turandot.
Ich mag Puccini.
Ich mag die Person Turandot überhaupt nicht.
Ich mag Puccini deswegen, weil er selbst auch die Turandot nicht mochte und deswegen die warmherzige Liu eingeführt hat, die sich für Kalaf sogar selbst ermordet, damit ihr nicht der Name entrissen werden kann.
Das Quasi-Happy-end mag ich gar nicht anschauen. Berio hat das Ende mit einer offenen Fragestellung stehen lassen. Da gibt es nicht den üblichen Märchenschluss. Das finde ich fein. Ich sehe nicht ein, warum Turandot am Ende noch „glücklich“ davon kommen sollte.

Aber rachsüchtig bin ich auch. Wenn das Betragen der Turandot so verständlich sein soll, dann möchte ich z.B. keine Türken mehr in Österreich haben. Dann beziehe ich mich auf etwas was vor 300 Jahren stattgefunden hat. Turandot lebt ihre Rache für etwas, was viel früher noch passiert ist. Und sie bekennt sich zu ihrer Rache. Eigentlich gehört sie entweder geköpft oder sie wird dem niedrigsten Sklaven vermählt, um sie endgültig zu demütigen.

Aber wie gesagt: ich mag die Oper.
Und ich mag Puccini.

Abnehmen

Funktioniert leider nicht immer. Nicht dann, wenn man dazwischen eine Futterwoche im Ausland eingeschaltet hatte. (Es waren zwar nur 4 Tage, aber die haben auch schon „gereicht“.)
Sauna and Wiegen hilft da auch nicht, das Resultat zu verschleiern.

Aber Klavier Üben kann zumindest die Sauna ersetzen. Eine Stunde Chopin Üben lässt mich einen gemessenen Liter entwässern. Zwei Stunden hatte ich schon einmal vermessen. Da bin ich danach um 1,5 kg leichter. Aber in der ersten Stunde geht 1 kg weg.

Natürlich hängt das auch davon ab, was man übt. Ich habe aber interessanterweise festgestellt, dass ich am Handgelenk abgenommen habe. Ich kann das am Saunaschlüssel und am Uhrarmband feststellen. Ganz verstehe ich es ja nicht. Und das Kilo habe ich sicher nicht dort herausgeschwitzt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass diese Abnahme ja dauerhaft ist 🙂

Langsam, langsam

ich über jetzt andere Seiten vom Chopin und bin erstaunt, wie viel ich bereits vergessen habe.
Mein Vater dürfte schon recht gehabt haben. Man muss Chopin jeden Tag spielen, damit man ihn richtig spielen kann. Ich hatte jetzt eine Pause von 5 Tagen. Bei Beethoven und Schubert macht mir das nichts aus. Aber beim Chopin geht es mir wie der Schnecke, die den Maibaum hinauf klettert. 3 cm am Tag hoch und 2 cm rutscht sie in der Nacht zurück.
Interessanter Nebeneffekt: meine Geläufigkeit nimmt zu, seit ich mir die Zeit nehme, schwierige Passagen genauer und länger zu üben. Was für eine Überraschung? 🙂 🙂

Sechs Sekunden

Ich über gerade die erste Chopin-Ballade, die hat eine Coda, die im Tempo mit „Presto con fuoco“ angegeben ist.Wie schnell ist das? Nun, Rubinstein spielt die Stelle in 26,5 Sekunden. Und zwar bei zwei verschiedenen Aufnahme ganz gleich. Horowitz braucht nur 24,5 Sekunden, aber die meisten namhaften Pianisten pendeln sich bei 26-27 Sekunden ein. Es ist interessant wie ähnlich im Tempo sie diese Stelle nehmen.
Da ich momentan diese Stelle auf Performance übe, habe ich mich einmal gestoppt. Für die rechte Hand allein benötige ich 32 Sekunden, wenn ich die Stelle so schnell es mir möglich ist spiele. Ich habe versucht das Tempo zu beschleunigen. Momentan ist das unmöglich, dabei bin ich da schon sehr schlampig. Wenn ich etwas genauer spiele, brauche ich 32 Sekunden. (Das klingt auch schon recht schnell und würde mir reichen.) Trotzdem frage ich mich, ob ich das Tempo der Top-Pianisten überhaupt erreichen kann.
Ich werde noch etwas auf Tempo üben.
Aber es ist unglaublich, wie klar die Stelle bei den Pianisten klingt.
Vermutlich ist es nur die Übung ! 🙂 🙂 🙂

Wer spielt Chopin richtig?

Jetzt habe ich mir einige Einspielungen angehört. Eigentlich ging es mir in erster Linie um das Tempo der Coda. Das wird von allen in einem Höllentemp gespielt. Momentan bin ich noch nicht einmal bei zwei Drittel der Geschwindigkeit.
Aber interessant war ein gewisser Vergleich, den ich mit dem Link dokumentiere. Es gibt auch einen anderen Link, der eine Meisterklasse mit Rubinstein zeigt, in der er eben diese Ballade kommentiert.
Ich würde meinem Vater recht geben, dass Rubinstein wirklich der Chopin-Interpret ist, der ihm am besten gerecht wird.
Im Vorspann des Videos sind zwei interessante Zitate zu lesen. Es lohnt sich, diese anzusehen und nicht gleich in die Musik zu springen.
Chopin von Arthur Rubinstein gespielt

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