Ich wünsche mir mal wieder so ein richtig ehrliches Fest. Mit einem scheißzähen Stück Vogelviech und einem Baum, der schon zwei Wochen davor so ordentlich nadelt, dass ein Sicherheitsabstand nötig wird. Ohne Spitze und ein paar kaputten LEDs zwischen den vielen heilen. Überlastete Steckdosen und Kabelsalate, Gefluche, Gejammer, Gesang und Gekuschel, Gefühl eben.“ (LeiseTöne )

Ich kann mich noch an die Weihnachtszeit vor 20 Jahren erinnern. Damals war ich voll im Weihnachtsstress. Zwei Wochen hindurch wären jeden Wochentag gleich zwei Weihnachtsfeiern angestanden. Und an zwei oder drei Tagen habe ich auch ordentlich bei beiden repräsentiert. Damals habe ich mich nicht beklagt. Es war für mich eine Ehre, eingeladen zu sein. Zwei oder drei Feiern waren von meiner Firma organisiert worden, da musste ich ja dabei sein. Und die Weihnachtsfeier der eigenen Firma war immer sehr nett und ein richtiges Fest.

Mittlerweile ist das anders geworden. Jetzt in Pension kann ich mir die Feste aussuchen und da sind drei übrig geblieben. Und dann das Eigene zuhause. Nein, das findet gar nicht zuhause statt, sondern im Haus meines Sohnes. Der hat jetzt die „größere“ Familie. Erst am 25. gibt es dann die Feier bei uns selbst, die etwas mehr zum oben zitierten Wunsch passen.

Was den Vogel angeht, haben wir anlässlich des Geburtstagsfests vor e20161213_gansminus4iner Woche besprochen, dass es heuer wieder Gans gibt. Weil wir so viele sind, müssen es zwei sein. Mit unseren Mietern habe ich schon gesprochen, wir dürfen ihren Herd benützen, denn zwei Gänse brauchen zwei Herde. Die Gänse habe ich gestern schon am Wiener Naschmarkt bestellt. Bio-Gänse aus dem Mostviertel, nicht gerade billig, aber einmal bezog ich sie schon von dort und die waren sehr gut.

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Unser Baum wird nicht nadeln. Der Baum, den wir vor 25 Jahren hatten, ist mittlerweile erwachsen geworden.

Der heuri20161213_xminus4ge Baum erlebt seine 5. Saison. Er sieht ein bisschen traurig aus, das sah er auch schon vor 4 Jahren aus, aber ich mag ihn. Er wird noch im Topf gehalten, aber vermutlich werden wir ihn nach den heurigen Weihnachten einpflanzen müssen.

Übrigens, die wunderbare Holzskulptur (Eiche) wurde vom Bruder meiner Frau kreiert. In London stand eine ganze Galerie seiner Werke in South Banks.

Wenn er geschmückt ist, gibt es keine LEDs, sondern nur echte Wachskerzen. Und er wird heute wohl genauso aussehen.

20161213_xminus1So sehen unsere Bäume in geschmückten Zustand aus.

Es gibt dann noch einen Baum, der vor unserem Haus steht. Der wächst sich auch langsam aus und ich fürchte, dass er arg beschnitten werden muss, wenn er noch viel größer wird.

Gesang gibt es auch bei uns. Die gleichen Lieder, die ich noch immer nicht auswendig kann, weil ich im Laufe eines Jahres natürlich alles vergesse, was ich schon einmal kannte. Aber die Tradition lebt. Und auch beim Weihnachtsfest am 24. bei meinem Sohn wird gesungen.
Ich stehe nicht an zuzugeben, dass es auch bei uns einigen Stress zu Weihnachten geben wird. Doch er hält sich in bewältigbaren Grenzen. Und so früh wie noch nie, wenn überhaupt, hat meine Frau schon die Vanillekipferln und andere Kekse gebacken.

Und so wie vor hundert Jahren Francis P. Church von der New York Sun an die achtjährige Victoria O’Hanlon die Existenz des Weihnachtsmannes bestätigt hat, möchte ich auf das Eingangszitat antworten: Ja, es gibt sie noch, die Weihnachten, die sich kaum von jenen unterscheiden, als ich als Sechsjähriger auf das Klingeln des Christkindes gewartet habe und der Christbaum wie ein Wunder plötzlich im Klavierzimmer leuchtete. Und das tut er jedes Jahr wieder.

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